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„ExxonMobil weiß irgendetwas, das wir nicht wissen“

Aus dem profil 17/2016

Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre steigt jeden Monat, die Ölkonzerne wappnen sich für eine große Umwälzung, die Investoren steigen aus fossilen Energien aus. Der österreichisch-amerikanische Klimaökonom Gernot Wagner erklärt, warum er trotzdem Erdöl-Aktien kaufen würde.

Interview: Joseph Gepp

klimaschockKlimaschock. So heißt das neue Buch zweier US-Ökonomen der Harvard-Universität. Martin Weitzman und Gernot Wagner beschreiben die wirtschaftlichen Verwerfungen infolge des Klimawandels. Ihr Werk wurde von der „Financial Times“ unter die 15 besten Wirtschaftsbücher des Jahres 2015 gereiht. Nun liegt es in deutscher Übersetzung vor (Verlag Ueberreuter, 22,99 Euro). profil traf einen der beiden Autoren in Wien. Gernot Wagner wurde 1980 in Amstetten geboren, studierte in Harvard und Stanford und forscht heute im Bereich Geo-Engineering. Das Interview dreht sich um Kohlendioxidsteuern, die Fortschritte seit der Klimakonferenz von Paris Ende 2015 und den Trend unter Investoren, aus energieintensiven Anlagen auszusteigen („Divesting“). Letztlich fiel es gar nicht so pessimistisch aus.

profil: Würden Sie noch Aktien von Unternehmen erwerben, die Energien aus fossilen Brennstoffen erzeugen?

Gernot Wagner: Je nachdem. Natürlich ist die Zeit der fossilen Brennstoffe vorbei. Wir können nicht alles Öl und alle Kohle der Welt verbrennen – und früher oder später wird sich dieser Umstand in Unternehmensbilanzen niederschlagen. Allerdings: Wenn ich jetzt aussteige und Gewinnchancen liegenlasse, nur um ein moralisches Zeichen zu setzen, ist das zwar nett gemeint – aber ein Problem. Dann profitieren nämlich jene, die weniger Skrupel haben. Ich hingegen als jemand, der verantwortungsvoll handelt und etwaige Gewinne sinnvoller nützen würde als andere, schmälere meinen Profit und meine Chancen. Ich muss meine Kinder auf schlechtere Schulen schicken, weil ich weniger Geld habe. Das sogenannte Divestieren ist also eine zweischneidige Angelegenheit. Man sollte es nur betreiben, wenn es der profitable Weg ist.

profil: Ist er das?

Wagner: Manchmal. Zwei Beispiele: Aktien von Kohlenunternehmen sind völlig unprofitabel, sie haben im vergangenen Jahrzehnt 90 Prozent ihres Wertes verloren. Erst vor wenigen Tagen hat der US-Konzern Peabody, der weltgrößte private Kohleförderer, Insolvenz beantragt. Wer jetzt aus Kohle divestiert, ist in Wahrheit zu spät dran. Andererseits: Dem staatlichen saudischen Ölkonzern Saudi Aramco geht es gut wie selten; Saudi-Arabien fördert derzeit Öl wie wild.

profil: Warum fördern die Saudis so viel Öl, wo doch der Ölpreis derart niedrig ist?

Wagner: Es gibt viele Erklärungen. Eine lautet: Saudi-Arabien hat erkannt, dass es gut und profitabel ist, Öl zu fördern, solange es noch geht. Irgendwann wird Öl das gleiche Schicksal erleiden wie Kohle, Saudi Aramco rechnet möglicherweise mit einer großen Umwälzung. Einen ähnlichen Schluss kann man ziehen, wenn man eine Maßnahme beim US-Ölkonzern ExxonMobil genauer betrachtet: Dort wird intern bereits ein Preis für den Verbrauch von CO2 verrechnet: ganze 80 Dollar pro Tonne. Zum Vergleich: Im Emissionshandelssystem der EU beträgt der Preis für eine Tonne CO2 acht bis zehn Euro. Ich schließe daraus: ExxonMobil weiß irgendetwas, das wir nicht wissen. ExxonMobil beschäftigt sich schon lang mit Energie; die wissen verdammt viel.

profil: Kann die Transformation innerhalb der klassischen Energieunternehmen erfolgen, oder sind Konzerne wie ExxonMobil in 20 Jahren graue Vergangenheit?

Wagner: Kohlekonzerne definitiv. Für die anderen jedoch gilt, dass Energie insgesamt mehr sein wird, als wir uns heute darunter vorstellen. Vielleicht werden die klassischen Energieunternehmen der Gegenwart auch zu den Gewinnern der Zukunft zählen. Innovationsimpulse können nicht von grünwählenden Radfahrern ausgehen, sie müssen von Konzernen kommen. Diese müssen Experimente wagen, zum Beispiel mit Bioenergie aus Algen, selbstfahrenden Elektroautos und solargepowerten Flugzeugen. Wenn sie das nicht tun, steigt vielleicht ein Teenager zum künftigen Energiemilliardär auf, der heute irgendwo in einer Garage werkt.

profil: Der Divesting-Trend ist in aller Munde. Im März hat beispielsweise die Rockefeller-Stiftung angekündigt, sich aus all ihren Öl-Investitionen zurückzuziehen. Hinter solchen Schritten stecken nicht nur ökologische Motive, sondern auch Sorgen, dass Anlagen in fossile Energien eines Tages nichts mehr wert sein könnten. Braucht es angesichts derartiger Entwicklungen überhaupt noch politische Paukenschläge wie eine Steuer auf CO2 – oder regelt der Markt das von selbst?

gernotwagnerWagner: Es braucht definitiv politische Maßnahmen. Es gibt viele marktgetriebene Innovationen im grünen Bereich, aber immer noch zu wenige. Wir müssen die menschliche Tatkraft in die richtigen Wege leiten, indem wir das Schlechte besteuern und das Gute subventionieren. Das bedeutet: Wenn jemand etwas konsumiert, was mit hohem CO2-Verbrauch einhergeht, müssen die externen Kosten miteinbezogen worden. Umgekehrt muss der tüftelnde Teenager in der Garage Unterstützung bekommen. Denn er bringt positive externe Effekte. Auf seinen Schultern stehen spätere Erfinder und weiterer Fortschritt.

profil: Wenn Sie von den USA nach Wien fliegen, beträgt der Ticketpreis ungefähr 800 Euro. Wie viel würde es kosten, wenn man die CO2-Kosten miteinbezieht?

Wagner: Ungefähr 840. Bei einem Transatlantikflug wird rund eine Tonne CO2 pro Passagier ausgestoßen. Diese Tonne verursacht 30 bis 40 Euro an Schäden. Ich sollte natürlich dafür bezahlen, wenn ich etwas verursache. Das ist die einfachste und moralischste Lösung. Derzeit kommt für meine zusätzlichen 40 Euro die Allgemeinheit auf – alle sieben Milliarden von uns. Wir bezahlen nicht für unsere eigenen Kosten. Resultat: zu viel CO2-Ausstoß.

profil: Wie soll so eine CO2-Steuer aussehen?

Wagner: Ganz einfach: Es muss jedes Mal, wenn ich eine Konsumentscheidung treffe, der CO2-Preis berücksichtigt sein. Das passiert entweder durch eine Steuer oder einen Emissionsmarkt. Eine der wenigen zuverlässigen Gesetze der Ökonomie ist, dass sich die Nachfrage verringert, wenn der Preis steigt. Genau das sollte bei CO2-intensivem Konsum geschehen. Außerdem: Wenn eine CO2-Steuer eingeführt wird, sollten im Gegenzug andere Steuern sinken, etwa jene auf Einkommen. Die Folge: Wer viel CO2 verbraucht – zum Beispiel, weil er oft fliegt – würde relativ mehr zahlen. Ärmere Leute, die wenig CO2 verbrauchen, würden profitieren.

profil: Viele Regierungen beantworten solche Ideen mit dem Verweis auf die Konkurrenzfähigkeit ihrer Industrien. Sie würde massiv leiden.

Wagner: Ja, bei bestimmten energieintensiven Industrien stimmt das. Aber ich verweise erneut auf ExxonMobil, das intern 80 Dollar pro Tonne CO2 verrechnet. Vordergründig kämpft das Unternehmen gegen vernünftige Klimapolitik, intern bereitet es sich zugleich auf den Wandel vor. Manche Industrien würden vielleicht an Konkurrenzfähigkeit verlieren, andere jedoch würden sich einfach schneller auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten.

profil: Das letzte Mal, als der Kampf gegen den Klimawandel massiv im Fokus der Öffentlichkeit stand, war vergangenen Dezember, bei der Klimakonferenz von Paris. Seither herrscht Stille. Ist etwas weitergegangen?

Wagner: Vieles passiert abseits der Wahrnehmung der breiten Öffentlichkeit. Als entscheidenden Fortschritt betrachte ich, dass sich China zu einem nationalen Emissionshandelsgesetz bis 2018 durchgerungen hat. Dies geschah unter dem Druck der Paris-Verhandlungen. Momentan gibt es in China bereits sieben probeweise Emissionshandelssysteme. Insgesamt gehen Chinas CO2-Emissionen zurück, zumindest erhöhen sie sich nicht mehr, trotz immer noch starken Wirtschaftswachstums.

profil: Es herrscht allgemein große Resignation beim Thema Klimawandel, sehen Sie trotzdem wesentliche Fortschritte?

Wagner: Die Situation ist natürlich nicht zufriedenstellend. Als wir vor 18 Monaten unser Buch fertigstellten, betrug die CO2-Konzentration in der Atmosphäre 400 PPM (Anm.: Teile pro Million). Heute steht sie bei 409. Wir marschieren in die falsche Richtung, und das alljährlich schneller. Wenn wir dieses Problem ohne gewaltige globale Verwerfungen lösen wollen, muss zweifellos nicht nur die Industrie Innovationen liefern. Auch die Menschen müssen sich in ihrem Konsumverhalten umstellen: weniger fliegen, weniger mit Benzinautos fahren, und, ja, auch mehr Rad fahren und weniger Fleisch essen.

profil: Kommt jetzt noch ein „aber“?

Wagner: Ja, denn es gibt und es braucht abseits solcher Einzelaktionen auch Impulse aus der Politik. Das bedeutet CO2-Steuern oder Emissionshandelssysteme, Letztere wie in der EU und in Kalifornien. Bei all ihren Mängeln stimmt der Gedanke dahinter: Der Preis für das CO2 führt zu weniger Emissionen. Derartige Maßnahmen schlagen sich im Verbrauch nieder: In der EU gehen die Emissionen schon seit ein paar Jahren zurück. Auch weltweit sind in den vergangenen zwei Jahren CO2-Emissionen aus Industrie und Energiesektor nicht mehr gestiegen. Gleichzeitig werden Erneuerbare Energien billiger, der Preis für Photovoltaik etwa ist in den vergangenen fünf Jahren um 80 Prozent gefallen. All diese Fortschritte wären für sich genommen durchaus beachtlich. Angesichts der Dramatik der Situation erscheinen sie leider klein. Aber wir müssen so oder so weitermachen. Für Pessimismus ist es zu spät.

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Eingeordnet unter Verkehr, Wirtschaft

Was die EU mit dem Sackerl vorhat. Und wieso Indien bereits auf Haftstrafen setzt

Aus dem FALTER 46/2013

Hier gehts zur Hauptgeschichte von Sibylle Hamann

:: Was in den Medien salopp als „Plastiksackerlverbot“ daherkommt, ist in Wahrheit eine komplizierte, legistisch heikle Angelegenheit: Es geht streng genommen um eine Änderung der „Richtlinie 94/62/EG über Verpackungen und Verpackungsabfälle“ aus dem Jahr 1994. Diese untersagte bisher im Artikel 18 ausdrücklich das Verbot aller Verpackungen, die der Richtlinie entsprechen – auch von Sackerln. Nun soll das Verbot des Verbots aufgehoben werden. Das heißt im Klartext: Nationalen europäischen Regierungen soll es möglich sein, Gesetzesänderungen zu erlassen, zum Beispiel eine Bezahlpflicht für die Sackerln einzuführen.

Der Grund für die Maßnahme des EU-Umweltkommissars Janez Potocnik liegt auf der Hand: Ein durchschnittlicher Europäer verbraucht laut EU-Kommission 200 Sackerln im Jahr. Interessant ist dabei, dass der Gebrauch in einzelnen Ländern stark variiert: So benutzt ein Ire im Schnitt nur 20 Sackerln pro Jahr, wie etwa auch ein Däne oder Finne. Den höchsten Verbrauch weisen hingegen Bulgaren mit 421 und Portugiesen mit 500 Sackerln auf. Österreich liegt mit 51 pro Nase und Jahr im Mittelfeld.

Um Abhilfe zu schaffen, will Potoènik nicht nur den Artikel 18 aus der Richtlinie streichen. Er spricht auch von geplanten Sondersteuern und Abgaben. Spruchreif wird all das allerdings erst in einigen Jahren. Zunächst muss das Europaparlament zustimmen; konkrete gesetzliche Ausgestaltungen liegen dann weitgehend bei den Mitgliedsstaaten.

Mit der restriktiven Politik in Sachen Plastiksackerln folgt die EU übrigens ganz einem Trend der Zeit: Etliche Staaten und Provinzen weltweit haben im vergangenen Jahrzehnt mit Verboten experimentiert. So gilt in China seit 2008 ein Verbot der – besonders schädlichen – dünnen Plastiksackerln. In Papua-Neuguinea sind Plastiksackerln seit 2003 verboten, weil sie das ökologisch sensible Hochland des Inselstaates verschmutzen. In der indischen Hauptstadt New Delhi wird seit 2010 der Handel mit Sackerln gar mit fünf Jahren Gefängnis oder der – für Indien – astronomischen Geldstrafe von 1500 Euro geahndet. Ähnliche Verbote gibt es beispielsweise auch in Südafrika, Ruanda, Tansania und Bhutan.

JOSEPH GEPP

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Eingeordnet unter Europa

Aktion Arktis: wenn Greenpeace-Kletterer das Parlament erklimmen

Aus dem FALTER 32/2013

Joseph Gepp

Foto: Christian Wind

Vergangenen Montagmorgen wandten sich ein paar vermeintliche Touristen an die Polizeiwache vor dem Parlament. Sie wedelten mit Stadtplänen und fragten nach dem Weg zum Naschmarkt.

Währenddessen bahnte sich im Hintergrund eine halsbrecherische Aktion an. Kletterer von Greenpeace erklommen die Masten beiderseits der Pallas-Athene-Statue. Rasch waren sie oben, dann konnte die Polizei nur noch zusehen. Eine Stunde lang spannten sie Seile. Schließlich wehte ein Transparent im Wind: „Wäre hier Öl, Shell und Gasprom würden bohren.“

Greenpeace Österreich – das heuer auch sein 30-jähriges Bestehen feiert – will mit der Aktion auf ökologische Verwüstungen in der Arktis aufmerksam machen. Rein rechtlich gesehen werde diese Sache hoffentlich lediglich eine Verwaltungsstrafe zur Folge haben, sagt Lukas Meus von Greenpeace. Aufmerksamkeitsökonomisch hingegen erhofft man sich davon weit größere Effekte.

Umweltengagement, schwindelfrei: Eine Stunde werkeln Kletterer von Greenpeace illegalerweise an den Fahnenmasten vor dem Parlament. Sie wollen ein Transparent zur Rettung der Arktis vor Ölkonzernen hissen (Foto: Christian Wind)

Umweltengagement, schwindelfrei: Eine Stunde werkeln Kletterer von Greenpeace illegalerweise an den Fahnenmasten vor dem Parlament. Sie wollen ein Transparent zur Rettung der Arktis
vor Ölkonzernen hissen (Foto: Christian Wind)

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Eingeordnet unter Wien

Almasfüzitö illegal

Vor einem Jahr brach in Kolontár in Ungarn ein Rotschlammbecken. Ein weiteres in Almasfüzitö direkt an der Donau (siehe Falter 40/2011) stuft eine ungarische NGO nun als rechtswidrig gemäß ungarischem und EU-Recht ein. Ein Gutachten der Montan-Uni in Leoben befürchtet ein „massives Austreten von Schadstoffen“; Greenpeace nennt die Deponie eine „tickende Zeitbombe am Donauufer“.

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Eingeordnet unter Die vielschichtigen Verbindungen zwischen Osteuropa und Wien, Ungarn

Eine Insel als Warnung

Aus dem FALTER 38/2011

Die abgelegene Pazifikinsel Nauru, eine der kleinsten Republiken der Erde, verfügte jahrzehntelang über das weltweit höchste Pro-Kopf-Einkommen. Grund war das wertvolle Phosphat, das unter dem Vogelkot der Felseninsel entstanden war. Um die Jahrtausendwende jedoch waren die Bestände aufgebraucht, und die Nauraner versanken in kurzer Zeit in bittere Armut.

Der junge französische Journalist Luc Folliet reiste auf die Insel, um „nachzusehen, ob das alles wahr ist“. Nüchtern beschreibt er die haarsträubende Verschwendung, die zu Zeiten des Phosphatbooms in Nauru herrschte – und die darauf folgende Tristesse. Heute steht die Insel permanent am Rand des Bankrotts. Folliets Beschreibung hat die Qualität einer Parabel – Nauru fungiert als Extrembeispiel dafür, was hemmungsloses Wachstumsdenken und Konsumismus auch anderswo anrichten können. Joseph Gepp

Luc Folliet: Nauru. Die verwüstete Insel. Verlag Klaus Wagenbach, 144 S., € 11,30

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Eingeordnet unter Bücher

„In strengen Wintern gibt es schlicht mehr Feinstaub“

Joseph Gepp

Wiens Feinstaubwerte klettern in gefährliche Höhen (siehe Falter 7/11) – SPÖ-Umweltstadträtin Ulli Sima nimmt dazu Stellung.

Falter:
Frau Sima, Wien hatte 2010 den zweithöchsten Feinstaubwert im deutschen Sprachraum. Warum?

Ulli Sima: 2010 waren die Werte in ganz Europa hoch. Studien zeigen, dass es in strengen Wintern mehr Feinstaub gibt. Wenn Sie sich aber die Jahresmittelwerte seit den 90ern anschauen, sehen Sie, dass die Belastung in Wien eindeutig rückläufig ist.

Was tun Sie gegen den Feinstaub?

Sima: Unsere Studien zeigen, dass ungefähr drei Viertel importiert sind. Den Rest machen wir uns selber. Hier gibt es etwa eine Partikelfilterpflicht für Baumaschinen. Oder die Reduktion des Streusplitts von 130.000 Tonnen 1995 auf rund 3000 letzten Winter. Oder das Fahrverbot für die Euro-0-Lkws, die ganz alten Stinker.

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2010 war ein schlechtes Feinstaubjahr, sagt SPÖ-Umweltstadträtin Ulli Sima (Foto: Gemeinde Wien)


Aus den Ergebnissen liest man aber, dass vor allem der Verkehr den hausgemachten Teil des Feinstaubs aufwirbelt. Die höchste Belastung gab’s nahe Gürtel, Tangente und Triester Straße.

Sima: Der Verkehr macht rund ein Viertel des hausgemachten Feinstaubs aus. Aber 2010 lag sogar die Messstelle Illmitz im Burgenland über den 35 Überschreitungstagen, die die EU erlaubt. So schlecht waren die Werte.

Nahe Gürtel und Tangente waren sie aber noch viel schlechter.

Sima: Ja, Illmitz zeigt nur, dass 2010 schon die Grundbelastung enorm war. Wenn noch Verkehr, Hauswärme und so weiter dazukommen, ist die Überschreitung schnell sehr hoch.

Was wird im geplanten dritten Maßnahmenpaket stehen?

Sima: Dazu kann ich noch nichts sagen, außer, dass wir bei allen Emittenten, Verkehr, Bauwirtschaft, Hauswärme und Industrie, ansetzen werden.

Wann wird Wien den EU-Höchstwert von 35 Tagen im Jahr erreichen?

Sima: Schwierig zu sagen. Vor 2010 waren wir schon wesentlich besser. Wichtig wäre es, mit konkreten Förderungen auch in östlichen Nachbarländern anzusetzen.

Erschienen im Falter 8/2011

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Eingeordnet unter Das Rote Wien, Verkehr