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Zehn Jahre „Heute“, oder: Wenn Wiens Bims Fahnen tragen

Aus dem FALTER 39/2014

Bericht: Joseph Gepp
Foto: Heribert Corn

Wenn die Wiener Linien ihre Straßenbahnen beflaggen, ist damit meist eine gesellschaftspolitische Botschaft verbunden: Zur Regenbodenparade etwa wehen Regenbogenfahnen auf Bim-Fronten, am Welt-Aids-Tag Red Ribbons.

Auch derzeit schmücken wieder Fähnchen die Wägen, allerdings ohne Botschaft. Man feiert „Zehn Jahre Heute„, jenes Gratis-Boulevardblatt, dem beste Verbindungen zu Wiens Rathaus-SPÖ nachgesagt werden.

Bei der Werbefirma Gewista, wo Firmen regulär Werbeflächen auf Bims mieten können, scheinen die Fähnchen nicht auf. Wie also kam es zu dem Deal? „Unkonventionelle Ideen realisieren wir auch direkt mit werbenden Unternehmen“, sagt Answer Lang, Sprecher der Linien. Er verweist auf eine Flüchtlings-oder Bildungsbim: Solche Aktionen etwa würden auch nicht über die Gewista laufen.

Details zum Deal mit Heute verrät Lang nicht. „Aber er wurde in jedem Fall angemessen abgegolten.“

 Den zehnten Geburtstag der Gratiszeitung Heute feiern auch die Wiener Linien auf ihren Straßenbahnen. Die Werbeaktion wurde angemessen abgegolten, sagt Pressesprecher Answer Lang FOTO: HERIBERT CORN


Den zehnten Geburtstag der Gratiszeitung Heute feiern auch die Wiener Linien auf ihren Straßenbahnen. Die Werbeaktion wurde angemessen abgegolten, sagt Pressesprecher Answer Lang FOTO: HERIBERT CORN

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Öffis ins Umland: Die ÖVP will U-Bahnen bis nach Purkersdorf

Aus dem Falter 26/11

Vergangene Woche hatte der Falter über den Plan berichtet, Wiener Straßenbahnen wie anno dazumal ins niederösterreichische Umland zu verlängern (siehe 25/11). Bisher sind solche Pläne gescheitert, weil St. Pölten nicht mitzahlen wollte.

Nun präsentiert die ÖVP einen Vorschlag: In überregionaler parteilicher Eintracht wollen Stadtrat Wolfgang Gerstl aus Wien und Landtagsabgeordneter Lukas Mandl aus Gerasdorf die U3 bis Schwechat, die U1 bis Gerasdorf und die U4 bis Purkersdorf und Klosterneuburg verlängern. Zusammen mit dichteren Schnellbahnintervallen und billigeren Parkanlagen soll dies den Verkehrskollaps an Wiens Stadtrand eindämmen.

Die Frage ist aber: Wer finanziert’s? Kostenmäßig gelten U-Bahnen als Königsklasse der Verkehrsmittel, gedacht für dichte Innenstadtgebiete. Bims kommen dagegen bis zu zehnmal billiger – rund 20 Millionen Euro errechneten die Grünen pro Linie.

Konkrete Kostenvorstellung für die U-Bahn gebe es noch keine, sagt Lukas Mandl. „Aber on the long run sollten wir uns einig werden, dass wir irgendwann Wien und Niederösterreich besser verbinden wollen.“

Was am Ende auch herauskommt: In eine gefrorene Debatte scheint etwas Bewegung gekommen zu sein.

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