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Der Samariterbund bittet um Geschenke für Teenager-Flüchtlinge

Aus dem FALTER 50/2013

Joseph Gepp

Gerade 14 Jahre ist der jüngste der minderjährigen Flüchtlinge alt, die der Samariterbund in zwei Wohngemeinschaften in Wien betreut. Sie stammen zumeist aus Syrien und Afghanistan. Der schwere Weg nach Europa hat sie traumatisiert – und hier hängen sie nun in einem schwierigen, belastenden Asylverfahren fest.

Vor diesem Hintergrund hat der Samariterbund die Aktion „Shop for me“ ins Leben gerufen. Damit bittet die Hilfsorganisation um Kleiderspenden, die den Teenagern geschenkt werden.

Jeder, der ihnen helfen möchte, kann ein Stück kaufen und es an den Samariterbund schicken oder persönlich vorbeibringen. Benötigt werden vor allem Pullover, Sweatshirts, Jacken, Hosen, Sportsachen – all dies in den Herrengrößen Small oder Medium.

Die Aktion soll neben der materiellen Unterstützung auch „Solidarität mit der schwierigen Situation der jungen Menschen zeigen“, sagt Oliver Löhlein, Geschäftsführer des Wiener Samariterbundes. Aber auch das Materielle allein tut not: Von Amts wegen erhält jeder Flüchtling nur rund 150 Euro pro Jahr für den Kleiderkauf.

Spenden an: Samariterbund Wien, Shop for me, Hollergasse 2-6/3. Stock, 1150 Wien

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Erbschaften: wenn Greenpeace zu einem „Fachvortrag“ lädt

Aus dem FALTER 48/2012

Seit Jahren schon überweist Agnes Mayer (Name geändert) aus Wien-Mariahilf regelmäßig kleine Summen an Greenpeace. „Zugeschickt bekommen habe ich aber nie etwas von ihnen“, sagt sie, „kein Info-Material, keine Newsletter, keine Einladungen zu Vorträgen.“

Kürzlich kam doch ein Brief von der Umweltschutzorganisation, und Mayer staunte nicht schlecht. Es handelte sich um eine Einladung zu einem „Fachvortrag zum Thema Nachlass, Testament und Erbschaft“. Ein „Partner und Rechtsanwalt“ von Greenpeace kläre über Dinge wie den gesetzlichen Pflichtteil und die Rechtsgültigkeit von Testamenten auf. Und natürlich darüber, wie man „Greenpeace im letzten Willen bedenken“ kann.

Für Aktionen braucht Greenpeace Geld – auch aus Erbschaften (Bild:Wikipedia)

Ist es üblich, an betagtere Unterstützer derartige Schreiben zu schicken? Ist es nicht problematisch, gerade weil viele ältere Menschen – schon leicht verwirrt – Dinge tun, die sie vor einigen Jahren nicht getan hätten? Und warum rückt Greenpeace nicht gleich mit seinem Anliegen heraus, statt die Angelegenheit als „Fachvortrag“ zu titulieren?

Alte Menschen, die verwirrt sind, würden oft „sowieso schon besachwaltet“, meint Greenpeace-Geschäftsführer Alexander Egit auf Falter-Nachfrage. Überdies seien Briefe wie dieser „absolut üblich“ in der NGO-Szene. Greenpeace gehe sogar extra korrekt vor: Im Rahmen einer Initiative namens „Vergissmeinnicht“ verpflichte es sich zu strengen Regeln in Sachen Testament und Erbschaft – ebenso wie zahlreiche andere Organisationen von der Albertina bis zum WWF.

„Viele Menschen erkundigen sich bei uns über mögliche Erbschaften“, erklärt Egit. Denen biete man eben einmal jährlich diesen Fachvortrag. „Dabei steht der Informationsgehalt absolut im Vordergrund und nicht das Interesse am Legat.“ Freilich jedoch werden auch Unterstützer eingeladen, die zuvor kein Interesse am Thema Erben bekundet haben.

Agnes Mayer ist dennoch empört. „Ich fühle mich“, sagt sie, „als wolle sich wer mein Erbe erschleichen.“

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