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Verwechseln die Leute Portfolio mit Polio, Herr Kapfer?

Aus dem FALTER 26/2013

Gute Werbungen sollten sich auf Situationen beziehen, die möglichst jeder kennt, erklärt Michael Kapfer, der Geschäftsführer von Lowe GGK. Zum Beispiel auf den berüchtigten Zeitpunkt in einer Gruppendiskussion, ab dem der kollektive Fundus an Wissen langsam, aber sicher zu schwinden beginnt. „Dann gibt’s zwei Typen von Menschen“, sagt Kapfer. „Die einen hören auf mit dem Reden. Die anderen machen trotzdem weiter, und dann wird’s meist lustig.“

Genau auf diese Situation bezieht sich eine aktuelle Werbekampagne des Erwachsenbildungsinstituts Wifi, die von den Agenturen Lowe GGK und Lobster gestaltet wurde. In Fernsehspots und auf Plakaten geht es darin um Menschen, die mit komplizierten Begriffen aus Wirtschaft und Technik nichts anfangen können. „Portfolio? Dagegen bin ich doch geimpft“, heißt es da zum Beispiel. Oder: „Mikrochips? Gibt’s die auch mit Paprika?“

Die Herausforderung an der Kampagne sei gewesen, das Thema „lebenslanges Lernen“ breitenwirksam einem teils inhomogenen Publikum zu vermitteln, erklärt Kapfer. Deshalb seien die Werber schließlich auf die einfache Idee mit den Sprüchen verfallen. Als diese einmal stand, wucherten die Einfälle. „Unserem Kreativteam sind in zwei Stunden sicher 40 Sujets eingefallen“, sagt Kapfer. „Davon haben wir die besten ausgewählt.“

Anschließend blieb nur noch eine Kleinigkeit zu tun, bevor die Kampagne öffentlich gemacht wurde: Im Internet ließ Lowe GGK abtesten, wie die Sujets bei Usern ankommen. „Schließlich“, sagt Kapfer, „soll sich ja niemand beleidigt fühlen.“

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Wer ist eigentlich Jan Simon Paulsonov, Herr Kapfer?

Aus dem FALTER 8/2013

Werbekolumne

Es sind kleine Dinge, die die Fantasie anregen. Zum Beispiel in einem ING-Diba-Werbespot der Agentur Lowe GGK. Darin liegt Niki Lauda auf einer Strandliege, die er, weil er ja nichts zu verschenken hat, möglichst nicht räumen will. Und er liest dabei ein Buch, „Up In The Sky“ von Jan Simon Paulsonov.

Wer ist dieser Paulsonov, über den sich nirgends etwas finden lässt? Was will uns Lauda damit sagen?

Niki Lauda hat nichts zu verschenken. Und er liest fiktive Bücher. Foto: Lowe GGK

Niki Lauda hat nichts zu verschenken. Und er liest fiktive Bücher. Foto: Lowe GGK

Die Antwort ist recht prosaisch, wie Michael Kapfer, Geschäftsführer von Lowe GGK, erklärt. Man wollte sich komplizierte Rechteverhandlungen mit Verlagen ebenso ersparen wie Trittbrettfahrer, die an der ING-Diba-Werbebotschaft mitnaschen. Also erfanden die Werber schlicht ein Buch. Drei Entwürfe waren im Rennen. Gemacht hat es schließlich irgendetwas zwischen Stanislaw Lem und Isaac Asimov. Der Titel „Up In The Sky“ ist auch von Niki Laudas Karriere inspiriert.

Generell seien Bücher, Zeitungen oder Ähnliches in Werbespots eine Gratwanderung, sagt Kapfer. „Es muss realitätsnah sein, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.“

Michael Kapfer von Lowe GGK

Michael Kapfer von Lowe GGK

In Laudas Fall hat sich Jan Simon Paulsonov doch in den Vordergrund gedrängt. Im Internet begannen Neugierige die Identität des Autors zu hinterfragen, schließlich widmete ihm der Kurier eine Kolumne. Am Ende veranstaltete die ING-Diba einen Wettbewerb auf Facebook: Worum geht es in Niki Laudas Urlaubslektüre?

Die Person mit der besten Antwort gewann einen Hundert-Euro-Gutschein. Für echte Bücher.

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