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Auswärtsspiel

Aus profil 26/2017

Gerhard Eschelbeck? Wolfgang Neumann? Monisha Kaltenborn? Sagt Ihnen nichts? Neben klassischen Exportgütern ist auch österreichisches Humankapital im Ausland gefragt. Zehn Porträts von Menschen, die jenseits der Grenzen Karriere gemacht haben und deren Namen man kennen sollte.

Von Joseph Gepp und Christina Hiptmayr

Als der Tiroler Severin Schwan jüngst als bestverdienender Manager Europas geoutet wurde, ging ein Rauschen durch Blätterwald und digitales Dickicht. Ein Wirtschaftskapitän aus dem kleinen Österreich, genauer: aus Hall, an der Spitze eines Unternehmens mit Weltgeltung. Und kaum jemanden war der Name ein Begriff. Dabei reiht sich der Vorstandschef des Schweizer Pharmakonzerns Roche in eine immer opulentere Liste von Österreichern, die es fern der Heimat nach ganz oben geschafft haben. Sie leiten Weltkonzerne, bauen Fluglinien auf, scheitern mit Formel-1-Teams und schauen als Aufsichtsrats-Bosse Spitzenbankern auf die Finger. Viele davon stammen übrigens aus der heimischen Provinz, überproportional aus Oberösterreich.

Rund 546.700 Landsleute leben im Ausland. Damit ist „Österreichs zehntes Bundesland“ erstaunlich bevölkerungsstark. Gelten die Österreicher doch gemeinhin als wenig mobil. Eine vollzählige Auflistung würde den Rahmen sprengen – hier nicht umfasst sind beispielsweise Medienmanager Gerhard Zeiler, Vodafone-Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter und Michael Grabner, der über ein Vierteljahrhundert den deutschen Holtzbrinck-Verlag prägte.

Eine Auswahl derjenigen, die dem Ruf der großen, weiten Welt gefolgt sind und recht erstaunliche Karrieren hingelegt haben.

Der Pillendreher: Severin Schwan, ROCHE

Als großer Netzwerker gilt Severin Schwan eigentlich nicht. Dennoch hat der Tiroler eine erstaunliche Karriere hingelegt. Nach dem Wirtschafts- und Jus-Studium an der Uni Innsbruck heuert er als Trainee in der Finanzabteilung beim Pharmakonzern Roche in Basel an. Und er blieb dem Unternehmen seine gesamte Laufbahn treu. Manager-Karrieren, die sich ausschließlich in einem Unternehmen abspielen, haben heutzutage Seltenheitswert.

Schon als 28-Jähriger wurde er Finanzchef in Brüssel. Schwan musste eine Fabrik schließen, mit Behörden verhandeln, das kriselnde Geschäft wieder auf Vordermann bringen. Die Übung gelang, der gebürtige Haller befand sich somit auf der internen Karriereroute. 2004 dann der Wechsel vom Finanzbereich auf die operative Ebene. Er zog mit Frau und drei Kindern nach Singapur und wurde Leiter des Asien-Pazifik-Geschäfts der Diagnostiksparte. Zu diesem Zeitpunkt hatte Schwan längst die Aufmerksamkeit des damaligen Roche-Vorstandschef Franz Humer (ebenfalls ein Österreicher), der ihn sukzessive zum Kronprinzen aufbaute. „Wegen seiner umgänglichen Art hat er keine Feinde auf den Plan gerufen -vielleicht auch, weil er oft unterschätzt und nicht als gefährlicher Konkurrent angesehen wurde“, sagte einmal ein Wegbegleiter über ihn. 2008 gelangte er mit gerade einmal 40 Jahren an die Spitze: die Roche-Generalversammlung wählte ihn zum Vorstandsvorsitzenden. Schwan ist damit Chef von über 94.000 Mitarbeitern. Top ist auch sein Gehalt. Wie kürzlich bekannt wurde, ist er Europas bestverdienender Manager. 2016 kam er auf eine Vergütung von über 13 Millionen Euro.

Die Bruchpilotin: Monisha Kaltenborn, SAUBER MOTORSPORT

Bis vor wenigen Tagen fand sich in der erlesenen Riege der bekannten österreichischen Spitzenmanager im Ausland auch eine Frau. Und noch dazu eine Migrantin. Zwei Eigenschaften, die in dieser Gruppe eher rar gesät sind.

Monisha Kaltenborn, 46, geboren in Indien, war die erste weibliche Formel-1-Teamchefin überhaupt. Sie leitete den Schweizer Rennstall Sauber Motorsport AG. Bis vergangenen Mittwoch. Da wurde verlautbart, dass sich Sauber mit sofortiger Wirkung von Kaltenborn trennt.

Bis zur Nachricht von ihrem Abgang hat die Frau eine schillernde Karriere im Motorsport hingelegt -einer ansonsten extrem männerdominierten, als chauvinistisch geltenden Branche. Ihre Eltern, Unternehmer aus dem indischen Uttarakhand, wanderten einst nach Österreich aus, als Monisha acht Jahre alt war. In Wien studierte sie Mitte der 1990er- Jahre Jus und arbeitete danach in Anwaltskanzleien in Deutschland, Österreich und Liechtenstein. Dadurch kam sie mit Sauber in Kontakt, einer Gründung des ehemaligen Schweizer Rennfahrers Peter Sauber, dessen Rechtsagenden sie betreute. 2001 wechselte sie in die Geschäftsführung von Sauber. Anfang 2010 wurde Kaltenborn CEO, schließlich Team-Chefin und -Mitbesitzerin.

Kaltenborn, die mit Mädchenname Narang heißt, ist mit dem deutschen Rechtsanwalt Jens Kaltenborn verheiratet -die Trauung erfolgte nach Hindu-Ritus am Fuß des Himalaya. Privat praktiziert sie Yoga, geht in die Oper und spielt Tennis. Das Paar hat zwei Kinder und lebt im Schweizer Küsnacht, wo auch das Sauber-Team seinen Sitz hat.

Eine räumliche Nähe, die es nun nicht mehr braucht. Denn zuletzt lief es für die Managerin nicht gut. Die sportlichen Erfolge des Rennstalls waren bescheiden, die finanzielle Lage angespannt. Kaltenborn stand wegen umstrittener Entscheidungen in der Kritik, etwa was die Auswahl von Motoren für die Formel-1 betrifft . Dazu hatte die Managerin vor Saisonbeginn 2015 vier Fahrer für nur zwei Cockpits verpflichtet – aus finanziellen Gründen, so viele Kritiker, weil jeder Fahrer auch Sponsorengelder mitbringt. Die Angelegenheit zog sich jedenfalls bis vor die Gerichte – teuer und peinlich für Kaltenborn. Die Episode war mit ein Grund, warum sie ihren Job verlor.

Der Netzwerker: Gerhard Eschelbeck, GOOGLE

„Ein Jahr lang schaue ich mir das an, dann komme ich an die Universität zurück“, sagte Gerhard Eschelbeck im Jahr 1997, nachdem er von der Linzer Johannes-Kepler-Universität in die USA gewechselt war. Es ist ganz anders gekommen.

Eschelbeck, 52, aufgewachsen im oberösterreichischen Peuerbach, gilt heute als weltweit führender Experte auf dem Gebiet der Internet-Sicherheit. Der Professor für Informatik an der Uni Linz arbeitete seit den späten 1990er-Jahren bei mehreren wichtigen Cyber-Security-Anbietern im Silicon Valley in den USA. Seine Karriere dort begann, nachdem eines dieser Unternehmen, der Security-Software-Spezialist McAfee, eine Sicherheits-Software aufgekauft hatte, die Eschelbeck entwickelt hatte.

2014 folgt der bisherige Höhepunkt seiner Karriere: Eschelbeck wird Chef der Google-Abteilung für „Security and Privacy“ mit rund 600 Mitarbeitern. Dass E-Mail-Konten nicht gehackt werden und Geheimdienste keine Google-Nutzer ausspionieren, fällt seither in seinen Verantwortungsbereich. Eschelbeck lebt heute mit Frau und zwei Kindern im kalifornischen Cupertino.

Im vergangenen März wurde Eschelbeck neben seinem Google-Job in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank gewählt, des größten deutschen Kreditinstituts. Dort muss er sich als Österreicher nicht einsam fühlen: Aufsichtsratschef Paul Achleitner, ehemals Goldman-Sachs-Banker und Vorstand der Müncher Allianz-Versicherung, stammt ebenfalls aus Oberösterreich. Mit Alexander Schütz – Vermögensverwalter und Gründer des Investmenthauses C-Quadrat – einem Wiener, ist das österreichische Aufsichtsrats-Trio komplett.

Der Geldverschieber: Hikmet Ersek, WESTERN UNION

Während der Flüchtlingskrise 2015 konnte man es täglich beobachten: Flüchtlinge, etwa aus Syrien, standen bei Schaltern an, um Geld abzuholen, das ihre Verwandten im Heimatland für sie zusammengekratzt hatten. Oder umgekehrt: Sie schickten ihr Erspartes nach Hause an ihre Familien, die häufig Not leiden.

Mit normalen Banken lassen sich derlei Transaktionen in Krisenregionen nicht bewerkstelligen. Also kommen Bargeldtransferdienste zum Einsatz. Der Weltmarktführer: Western Union in Denver in US-Bundesstaat Colorado. Der Konzern mit einem Jahresumsatz von rund 5,5 Milliarden Dollar gehört zu den 500 umsatzstärksten der Welt.

Geleitet wird Western Union von einem Österreicher, der selbst Migrationserfahrung aufweist. Hikmet Ersek, Sohn eines Türken und einer Österreicherin, zog mit 19 Jahren von Istanbul nach Wien, um hier an der WU zu studieren. Später arbeitete er in Wien bei Master Card und General Electric; schließlich stieg er bei Western Union bis zum Europa-Chef mit Büro am Wiener Schubertring auf. Im Jahr 2010 wechselte Ersek als Vorstandschef nach Denver. Kein Österreicher hat es in der US-Wirtschaft so weit nach oben geschafft.

Der großgewachsene Mann, der in seiner Jugend Basketball spielte, herrscht heute über ein Reich von weltweit knapp einer halben Million Western-Union-Filialen. Mitunter sind es winzige Kioske in kaum zugänglichen Gegenden. Die wichtigste Zielgruppe des Unternehmens: Arbeitsmigranten. Und: Flüchtlinge. Hunderte Milliarden Euro schicken diese Gruppen jährlich in ihre Heimatländer.

Dabei werden sie von Western Union durchaus abgezockt, monieren Kritiker immer wieder – sogar die Weltbank hat bei Ersek Protest eingelegt. Denn auf jede Überweisung fallen bis zu 20 Prozent Gebühren an. Die Spesen werden häufig umso höher, je weniger Optionen es gibt, Geld abseits von Western Union in eine gewünschte Region zu transferieren.

Auf diese Kritik angesprochen, verweist Ersek gern auf das dichte Filialnetz seines Unternehmens, das es schließlich zu erhalten und finanzieren gelte. Auch er selbst, erzählt er gern in Interviews, schicke Geld über Western Union – zum Beispiel an seinen Vater in der Türkei.

Der Wasserträger: Peter Brabeck-Letmathe, NESTLÉ

Manche Auftritte bleiben im Gedächtnis hängen. Zum Beispiel ein Interview, das Nestlé-Konzernchef Brabeck-Letmathe im Jahr 2005 dem österreichischen Filmemacher Erwin Wagenhofer für dessen Dokumentation „We Feed The World“ gab. Dass jedermann das Recht auf sauberes Trinkwasser haben solle, nannte Brabeck eine „Extremposition“, die von Globalisierungskritikern vertreten werde. Eben jene sehen seither in dem Mann gern ihren Lieblingsfeind.

Brabeck, 1944 in Villach geboren, zählt zu den wichtigsten Managern Europas. Von 1997 bis 2008 leitete er Nestlé. 2005 wurde er außerdem an die Spitze des Verwaltungsrats bestellt – eine Position, die er bis heute innehat. Nestlé, weltgrößter Lebensmittelkonzern und größtes Schweizer Industrieunternehmen, vereint 6000 Marken unter seinem Dach. Dazu zählen Maggi, Nespresso oder etwa das umstrittene Unternehmen Pure Life, das auf die Vermarktung von Wasser in Entwicklungsländern spezialisiert ist.

Brabeck, Abkömmling einer Adelsfamilie aus dem deutschen Iserlohn, studierte an der Wiener Hochschule für Welthandel, der späteren Wirtschaftsuniversität (WU). 1968, vor 49 Jahren, begann er bei Nestlé Österreich als Produktmanager. Viele Jahre lang gelang es ihm, im Konzern eine mächtige Stellung zu verteidigen. Im Jahr 2005 zum Beispiel liefen die Aktionäre Sturm, als Brabeck zusätzlich zum Konzernvorsitzenden den Posten des Verwaltungsratspräsidenten anstrebte. Brabeck drohte darauf mit Rücktritt – und setzte sich durch. Sein Privatvermögen beträgt laut Schweizer Wirtschaftsmagazin „Bilanz“ umgerechnet eine Viertelmilliarde Euro. Hintergrund: Brabeck bezog als Teil seiner Entlohnung regelmäßig gut dotierte Nestlé-Aktienpakete. Der begeisterte Bergsteiger und Hubschrauberpilot investiert das Geld in Immobilien, Hotel und Fischzuchtanlagen.

Inzwischen ist es ruhiger geworden um Brabeck. Heuer wird er als Nestlé-Verwaltungsratschef abtreten. Seit er vor zwei Jahren eine schwere Krebserkrankung überwand, befasst er sich intensiv mit Technologien für eine gesunde Ernährung. Vergangenes Jahr erschien Brabecks Buch „Ernährung für ein besseres Leben“. Das ist, wenn man so will, die andere Seite des Wasserprivatisierers.

Der Geistreiche: Robert Kunze-Concewitz, CAMPARI

Die Internationalität liegt Robert „Bob“ Kunze-Concewitz quasi im Blut: In Istanbul geboren, in Frankreich zur Schule gegangen, in den USA und Großbritannien studiert. Spricht fünf Sprachen fließend. Er lebte zwar nie in Österreich, besitzt aber einen österreichischen Pass. Diesen verdankt er seinem Urgroßvater väterlicherseits, der seinerzeit vom Wiener Hof als Richter der österreichischen Gemeinde im damaligen Konstantinopel eingesetzt wurde.

Seine Karriere startete Kunze-Concewitz bei Procter & Gamble. Der Konsumgüterkonzern gilt als Marketing-Kaderschmiede. Im Laufe der Jahre besetzte er dort verschiedene Positionen in mehreren Ländern. Zuletzt stieg er zum Chef der Global Prestige Products des US-Unternehmens auf, wo er für Luxusprodukte wie Parfüms von Hugo Boss und Gucci verantwortlich war. 2005 wurde er zum Marketing-Chef der Davide Campari-Milano S. p. A. bestellt, zwei Jahre später wurde er deren Vorstandsvorsitzender. Wenn Kunze-Concewitz über das Unternehmen und seine Marken spricht, outet er sich als Marketingmensch durch und durch. Campari sei eine „Liebe auf das erste Glas“ gewesen, und das Unternehmen verkaufe ein „mediterranes Lebensgefühl“. Für jede Marke ist ein bestimmtes Image festgelegt. Aperol sei „jung, dynamisch“, Campari „sinnlich und erwachsener“. Unter Kunze-Concewitz‘ Ägide wuchs das Portfolio auf über 50 Marken an. In den vergangenen Jahren hat er 26 Akquisitionen unter Dach und Fach gebracht. Zum Campari-Imperium gehören etwa Averna, Cynar, Grand Marnier, Skyy Vodka, Wild Turkey Bourbon sowie die Wermut-Marke Cinzano, die sein italienisch-maltesischer Großvater mütterlicherseits einst schon in Konstantinopel vertrieben hat. Der Umsatz des an der Mailänder Börse notierten Konzerns stieg in den vergangenen zehn Jahren von 0,9 auf 1,7 Milliarden Euro. Während der Umsatz kontinuierlich stieg, musste Campari beim Ergebnis zuletzt Einbußen hinnehmen: Im Geschäftsjahr 2016 ging der Gewinn um fünf Prozent auf rund 166 Millionen Euro zurück.

Der Kapitän: Helmut Sohmen, BERGESEN WORLDWIDE

Seine Eltern verschlug es einst als sudetendeutsche Flüchtlinge nach Oberösterreich. Er selbst maturierte an der Linzer Fadingerschule und begann ein Jus-Studium in Wien. Wie sich sein Leben danach weiterentwickeln würde, das hätte er „nicht im Traum“ vermutet, erzählte Helmut Sohmen vergangenes Jahr dem „Kurier“.

Sohmen besitzt heute eine der international größten Reedereien, die BW-Gruppe („Bergesen Worldwide“) mit Sitz im chinesischen Hongkong. Laut eigenen Angaben betreibt das Unternehmen 173 Schiffe, die vor allem Öl und Gas befördern. Das US-Magazin „Forbes“ schätzt Sohmens Vermögen auf 1,8 Milliarden Dollar. Damit wäre er sechsreichster Österreicher und auf Platz 771 der Weltrangliste.

Begonnen hat alles im Jahr 1967, als Sohmen Anna Pui Hing Pao heiratete -die Tochter eines der damals wichtigsten Reeder -, die er während eines Studienaufenthalts in den USA kennengelernt hatte. Der Hongkonger Yue-Kong Pao war einst vor den chinesischen Kommunisten in die britische Kronkolonie geflohen. 1970 stieg Sohmen ins Unternehmen des Schwiegervaters ein. Nachdem sich Yue-Kong Pao 1986 zur Ruhe gesetzt hatte, übernahm er es zur Gänze. Auf eine Phase des Geschäftsrückgangs und der Konsolidierung in den 1990er-Jahren folgte ein Expansionskurs mit großen Zukäufen, etwa die norwegische Bergesen-Flotte im Jahr 2003.

Vor zwei Jahren schließlich übernahm Sohn Andreas Sohmen-Pao das Steuerrad – auch er Inhaber der österreichischen Staatsbürgerschaft . Das Firmenkonglomerat, das mittlerweile von Singapur aus geführt wird, beschäftigt heute 4500 Mitarbeiter, etwa in China, Indien, den Bermudas, Zypern und Norwegen.

Der Gastgeber: Wolfgang Neumann, REZIDOR HOTEL GROUP

Österreicher, die Hotels im Ausland führen, gibt es zuhauf. Sie leiten Bettenburgen, exklusive Resorts, Luxus- oder Designhotels rund um den Globus. Doch nur wenige haben es ganz nach oben geschafft: in die Führungsetagen der großen Tourismuskonzerne. Wolfgang Neumann ist einer davon. Der Salzburger ist seit Kurzem Aufsichtsrat der Rezidor-Gruppe (früher SAS International Hotels), zu der unter anderen die Radisson Hotels gehören. Davor führte er den an der Stockholmer Börse notierenden Hotelkonzern vier Jahre als Vorstandsvorsitzender. Dabei war er für über 480 Hotels in mehr als 80 Ländern verantwortlich, die fast eine Milliarde Umsatz erwirtschaften.

Seine Laufbahn begann der Vater dreier Kinder an der Tourismusschule Kleßheim. Es folgten über 20 Jahre bei der Hilton-Kette, wo er Direktorenstellen in Frankfurt, Brüssel, Paris und London bekleidete und es bis zum Generaldirektor für Europa und Afrika brachte. 2009 kehrte er für ein kurzes Gastspiel in die Salzburger Heimat zurück, wo er das Schlosshotel Fuschl führte. Doch das Fernweh schlug bald wieder zu. Einmal auf Achse, immer auf Achse.

Der Abgehobene: Wolfgang Mayrhuber, LUFTHANSA

Eigentlich wollte er Pilot werden. Doch die AUA hatte ihn abgelehnt. Heute ist er einer der bekanntesten aus der Riege der österreichischen Manager-Elite im Ausland, sein Name untrennbar mit einer der größten Fluglinien Europas verbunden. „Ich habe 20 Mal die Firma gewechselt, ohne die Firma zu wechseln“, sagte Wolfgang Mayrhuber in einem Interview in profil. „Die Firma“, das ist die deutsche Lufthansa AG. Nach der HTL für Maschinenbau in Steyr begann der Sohn eines Journalisten und einer Lehrerin als Ingenieur bei der Triebwerksinstandhaltung. In den Folgejahren durchlief er alle Führungsebenen sämtlicher Geschäftsbereiche der Lufthansa-Technik. 1992 zog er in den Lufthansa-Vorstand ein, 2003 folgte er Jürgen Weber als Vorstandsvorsitzender nach. Er hat Sparprogramme entworfen und durchgesetzt und die Lufthansa schnell aus den roten Zahlen geflogen. Doch in seiner siebenjährigen Ägide drückte Mayrhuber vor allem bei der Expansion in Europa aufs Tempo. Binnen weniger Jahre wuchs die Lufthansa-Gruppe um Swiss, AUA, Brussels Airlines und außerdem erwarb er die Mehrheit bei der britischen Fluggesellschaft BMI. Mayrhubers damalige Einkaufstour erregt bis heute die Gemüter von Aktionären und Mitarbeitern. Die Lufthansa habe dabei zu viele Verlustbringer erworben, die aufwendig saniert und unzureichend integriert worden seien.

Als der Wahl-Hamburger 2013 Pläne für eine Kandidatur als Lufthansa-Aufsichtsratchef bekanntgab, gingen die Wogen hoch. Er habe zu wenig Distanz zu seinem Ex-Arbeitgeber und zu viele Kontrollposten bei anderen Unternehmen angesammelt, kritisierten Aktionärsvertreter. Er ziehe seine Kandidatur zurück, ließ Mayrhuber verlauten. Was ihn freilich nicht daran hinderte, doch anzutreten. Er erhielt eine knappe Mehrheit der Aktionärsstimmen. Zuletzt wurden Gerüchte laut, dass Mayrhuber möglicherweise noch dieses Jahr sein Amt aus gesundheitlichen Gründen niederlegen würde. Die Lufthansa wollte das nicht kommentieren.

Der Wechselflieger: Wolfgang Prock-Schauer, GOAIR

22 Jahre war Wolfgang Prock-Schauer für die AUA tätig und bekleidete bei der österreichischen Fluglinie Funktionen im Top-Management. Zweifellos hat ihn dieser Beruf um die Welt geführt, doch im Ausland lebt und arbeitet er erst seit 2003. Damals bot ihm der indische Unternehmer Naresh Goyal den Posten des Chief Executive Officer (CEO) seiner defizitären Inlandsfluglinie Jet Airways an. Sechs Jahre diente er der zweitgrößten indischen Fluglinie. Er sanierte sie, brachte sie an die Börse und baute das Auslandsgeschäft auf. In Indien war er ein gefragter Manager. Ein Angebot des indischen Konkurrenten Kingfisher lehnte er 2008 ab. Ende 2009 holte ihn der damalige Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber zur schwer defizitären Tochter British Midland. Die Lufthansa verkaufte die Beteiligung schließlich mit großen Verlusten. Im Oktober 2012 heuerte Prock-Schauer als Netzwerkplaner bei der hochverschuldeten Air Berlin an. Nur wenige Monate später löste er Hartmut Mehdorn als Chef ab. Seine Ära bei der deutschen Airline endete weitgehend glücklos. Die Sparanstrengungen reichten nicht aus, um sie wieder in die Gewinnzone zu führen. Anfang 2015 warf er das Handtuch und kehrte nach Indien zurück. Diesmal als CEO der Billigfluglinie GoAir. Dort läuft es nun deutlich besser. Die vielen Stationen abseits der Heimat milderte der aus Horn stammende Prock-Schauer, indem er mindestens einmal im Monat nach Österreich flog, wo seine Frau und die drei Kinder in Klosterneuburg leben.

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Money Maker

Aus profil 52/2015

Flüchtlinge, Arbeitsmigranten, Geschäftsreisende: Wer ohne Bankkonto und Kreditkarte Geld verschicken will, nutzt dafür oft die Dienste von Western Union. Doch die Gebühren sind horrend. Joseph Gepp über einen US-Konzern, der mit der Flüchtlingskrise viel Geld verdient.

western-union


Wien, direkt neben dem neuen Hauptbahnhof. Das Geschäftslokal hier ist eines derjenigen, an denen man Hunderte Mal vorbeilaufen kann, ohne sie zu registrieren. Ein Schaufenster, zwei Kassenschalter, ein paar Bildschirme. Über einen flimmern gerade Wechselkurse, daneben sieht man Werbespots mit fröhlichen Gesichtern. In dieser Einrichtung gebe es Geld, „wo immer es benötigt wird, zu jeder Zeit, an jedem Ort“, lautet der dazugehörige Schriftzug.

Western Union ist das größte Bargeldtransferunternehmen der Welt. Wo es keine Banken oder Bankomaten gibt, wo die Menschen keine Bankkonten und Kreditkarten besitzen (oder gerade nicht darauf zugreifen können), dort findet man garantiert irgendwo eine Western-Union-Filiale – weltweit insgesamt eine halbe Million, in den Steppen Zentralasiens, den Slums von Afrika oder eben hier, auf dem Wiener Hauptbahnhof. Die Anzahl der Western-Union-Filialen übersteigt jene der McDonald’s-Restaurants um mehr als das Zehnfache. Die wichtigsten Zielgruppen: Arbeitsmigranten, die jedes Jahr Hunderte Milliarden Euro in ihre Heimatländer schicken. Und, gerade derzeit: Flüchtlinge.



Um bei Western Union eine bestimmte Summe Geld abzuheben, brauche man einen achtstelligen Code, erklärt der junge Mann mit der selbstgewuzelten Zigarette, der gerade aus dem Lokal getreten ist. Diesen Code erfährt man vom Absender, der das Geld in einer anderen Filiale eingezahlt hat. Wasim*, 20 Jahre alt, stammt aus der syrischen Hauptstadt Damaskus. Seit drei Monaten lebt er in Wien, erzählt er. Wasim lässt seine Finger kurz durch die Geldscheine gleiten, die er gerade überreicht bekommen hat, dann steckt er sie weg. Sein Vater, der sich noch in Damaskus aufhält, schicke ihm alle paar Wochen etwas, sagt er. Manchmal sind es 100 Euro, manchmal 200 – gerade so viel, wie sich der Vater vom Mund absparen kann.

Die Zentrale von Western Union liegt in Englewood, einem Vorort von Denver, Colorado. Hier wurde das Unternehmen vor mehr als 150 Jahren gegründet. Seine Mission: die Weiten des Westens mit Kommunikationslinien zu durchziehen. Ursprünglich verlegte Western Union Telegrafenleitungen oder solche für Börsenfernschreiber. Im darauf folgenden Jahrhundert verstand man es, neue Entwicklungen früh zu erkennen. Die größte: die Globalisierung seit den 1990er-Jahren. Die immer stärker und schneller werdenden Ströme von Geld und Menschen speisen das heutige Geschäftsmodell. Wen es in fremde Länder gespült hat, der kann dank Western Union Geld transferieren, und zwar unabhängig von jeder sonstigen finanziellen Infrastruktur. Und je mehr Menschen sich auf den Weg machen, desto höher fällt der Konzerngewinn aus. Vergangenes Jahr belief er sich, bedingt auch durch die Flüchtlingskrise im Nahen Osten und Europa, auf beachtliche 5,6 Milliarden Dollar. Zu beachtlich, meinen Kritiker.



Wasims Vater betreibt ein Café in Damaskus, der Sohn arbeitete dort bis zu seiner Flucht als Manager. Früher sei das Lokal gut gelaufen, erzählt er: „Heute kommt an manchen Tagen kein einziger Gast.“ Im Viertel rundherum fielen Bomben, man müsse sich vor herabstürzenden Trümmern und Querschlägern hüten. Wasim flüchtete im Sommer, als ihn das Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zur Armee einziehen wollte. „Ich mochte weder unschuldige Menschen töten noch selbst getötet werden“, sagt er. Sein Englisch ist fast perfekt; mit seinen Sportschuhen und seiner Sportjacke unterscheidet er sich äußerlich nicht von seinen österreichischen Altersgenossen. In Wien ist Wasim in einer privaten Wohnung untergekommen. Dort leben auch seine Tante und deren Kinder, ebenfalls Flüchtlinge.

Die Kosten dafür, Geld mit Western Union zu schicken, sind immens. Bis zu 20 Prozent Gebühren fallen pro Überweisung an, rechnet das deutsche Web-Portal geldtransfair.de vor. Die Spesen variieren von Land zu Land extrem -besonders hoch fallen sie dort aus, wo Menschen kaum andere Optionen als Western Union haben. Schickt ein Flüchtling beispielsweise 150 Euro nach Jordanien, um seine Familie in einem der dortigen Camps zu unterstützen, betragen die Gebühren dafür 22 Euro, also mehr als 15 Prozent. Zusätzlich werden Wechselgebühren verrechnet, die höher als marktüblich sind.

Man könnte Western Union zugute halten, dass es teuer und riskant ist, ein derart riesiges Filialnetz zu betreiben. In Wahrheit funktioniert dies jedoch über eine Art Franchise-System: Jeder kleine Laden – oft sind es Gemüsehändler und andere Kioske in Entwicklungsländern – kann sich darum bewerben, ein Partner von Western Union zu werden. Pro Überweisung erhält die lokale Filiale dann eine kleine Provision. Die Folge dieses System: Bei Western Union selbst arbeiten nur 10.000 Menschen. Sie verwalten ein lukratives Netzwerk, das bis in die entlegensten Gebiete der Erde reicht.

Damit Wasim in Wien 100 Euro bekommt, muss sein Vater in Damaskus 130 Euro einzahlen, sagt er. „Aber was sollen wir sonst tun?“ Nicht nur seien keine regulären Banküberweisungen von Syrien nach Österreich möglich, er habe hier auch gar kein Konto, um das Geld entgegenzunehmen. Inzwischen haben sich zwei weitere Flüchtlinge dazugesellt. Joseph und Masser, 30 und 34 Jahre, stammen aus dem Irak, nördlich von Bagdad. Dort haben sie als Köche gearbeitet und studiert, Kommunikationswissenschaft und Englisch, bis sie vor einem halben Jahr flüchteten. Die „Daesh“ hätten sie vertrieben, erzählen sie, der sogenannte „Islamische Staat“. Heute sind sie zu Western Union gekommen, um einem Freund in Deutschland mit etwas Geld auszuhelfen. Er brauche dringend 100 Euro, hat er ihnen per Facebook-Chat geschrieben. Joseph und Masser haben das Geld gerade überwiesen; neun Euro Gebühren waren dafür fällig.

„Senken Sie die horrenden Gebühren!“, wird Western Union derzeit von Aktivisten aufgefordert, die sich auf der Online-Petitionen-Plattform avaaz.org organisiert haben. Mehr als 352.000 Menschen haben unterzeichnet. Kritik kommt nicht nur von engagierten Bürgern, sondern auch von der Weltbank. Deren Experten rechnen in ihren Berichten vor, dass den Entwicklungsländern weltweit jährlich 20 Milliarden Euro entgehen, weil Geldtransferunternehmen wie Western Union überhöhte Gebühren verlangen. Im Jahr 2009 haben sogar die G8, die acht größten Industriestaaten der Erde, einen Vorstoß unternommen. Bei einer Konferenz in Rom im November dieses Jahres verkündeten die Regierungen das „5-Mal-5-Ziel“: Innerhalb der nächsten fünf Jahren sollen die Kosten für Geldtransfers auf maximal fünf Prozent sinken. Geschehen ist bisher nichts.

Ihr Freund in Deutschland sei ebenfalls irakischer Flüchtling, erzählen Joseph und Masser. Es habe ihn nach Bonn verschlagen. Das Geld brauche er, weil es kälter werde und er Winterkleidung kaufen müsse. Das Lager in Bonn habe keine mehr zur Verfügung. Joseph und Masser kennen ihren Bonner Freund noch aus Bagdad. Sie wissen zwar, dass die 100 Euro nicht lange reichen werden, „aber was soll’s, er braucht das Geld eben“. Dann verabschieden sie sich, um ihren Zug nach Neusiedl am See im Burgenland zu nehmen. Dort wohnen Joseph und Masser in einer Flüchtlingsherberge.

Überall entlang der sogenannten Balkanroute – in der Türkei, Griechenland, den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens – schießen in diesen Monaten die Western-Union-Filialen aus dem Boden. Flüchtlinge gelten derzeit als besonders gute Kunden des US-Unternehmens – nicht nur, weil sie in Europa keine Bankkonten besitzen und auf Geldtransfers aus instabilen Kriegsgebieten angewiesen sind, sondern auch, weil sie häufig nur kleine Summen abheben. Das erhöht die Gebühren zwar noch weiter, aber viele Flüchtlinge fürchten, dass ihnen größere Summen auf ihrem Weg geraubt werden könnten.

„Die meisten Flüchtlinge laufen ständig zu Western Union“, erzählt Wasim von den Erfahrungen seiner Flucht. Einerseits verschicken sie untereinander Geld, andererseits bezahlen sie Schlepper über Western Union. Wasim selbst ist jedoch anders vorgegangen, sagt er: „Ich habe bei meiner Flucht mein ganzes Geld immer bei mir getragen, versteckt in den Socken und der Unterhose.“ Wasim wollte sich die Gebühren ersparen und hatte außerdem Angst, dass bei den Geldtransfers irgendetwas schiefgehen könne.

Die Eigentümer von Western Union zählen zu den größten Geld-und Investmenthäusern der USA. Im Auftrag wohlhabender Kunden verwalten sie Billionen von Dollars – und diese Gelder investieren sie in Unternehmen wie Western Union. Zu den größten Aktionären zählen derzeit etwa der New Yorker Vermögensverwalter Blackrock, der Finanzdienstleister Fidelity aus Boston und der Vermögensverwalter Vanguard Group aus Pennsylvania.

Martina, eine gebürtige Salzburgerin, ist die erste Western-Union-Kundin an diesem Abend auf dem Wiener Hauptbahnhof, die nicht unbedingt auf die Leistungen des Unternehmens angewiesen ist. Die 32-Jährige hat in den USA internationale Politik studiert. Heute reist sie im Auftrag von verschiedenen Nichtregierungsorganisationen oft zu Konferenzen im Ausland, bei denen sich Experten austauschen, etwa über das Management internationaler Konflikte. Kürzlich fand eine solche Konferenz im mittelamerikanischen Panama statt. Martina hätte nach der Rückkehr die Kosten für den Flug von ihrem Auftraggeber überwiesen bekommen sollen. „Doch irgendetwas hat nicht gleich geklappt“, sagt sie. Die Bank in Panama habe nicht sofort an jene in Österreich überweisen können. Deshalb vereinbarten Martina und ihr Auftraggeber, das Geld über Western Union zu schicken. „Das hat zwar ungefähr 100 Euro zusätzlich gekostet, aber es war die schnellste und unkomplizierteste Variante“, sagt Martina.

Der Vorstandsvorsitzende von Western Union, der in Englewood den Konzern führt, ist selbst Migrant. Der 54-jährige Hikmet Ersek wurde im türkischen Istanbul geboren: türkischer Vater, österreichische Mutter, österreichischer Reisepass, wienerischer Zungenschlag. Als Teenager zog Ersek nach Wien, um hier an der Wirtschaftsuniversität zu studieren. In den 1980er-Jahren begann er bei Mastercard, 1999 wechselte er zu Western Union. Dort fungierte er viele Jahre als Europa-Chef mit Büro am Wiener Schubertring. Im Jahr 2010 stieg er zum Vorstandschef auf. Vergangenes Jahr betrug sein Verdienst acht Millionen Dollar. Ersek ist nicht nur der einzige Österreicher, der einen der 500 wichtigsten börsenotierten Konzerne der USA leitet, sondern nebenbei auch österreichischer Honorarkonsul in den US-Bundesstaaten Wyoming und Colorado. In Interviews erzählt Ersek gern, dass er selbst seinem Vater in der Türkei Geld über Western Union schicke.

Wasim, der 20-Jährige aus Syrien, wartet derzeit auf den Ausgang seines Asylverfahrens in Österreich. Die Leute hier seien „gut und großzügig“, sagt er. Doch er sorgt sich um seinen Vater in Damaskus. „Dort wird es immer gefährlicher.“ Am liebsten würde Wasim den Vater nach Österreich nachholen. „Aber momentan hat er so wenig Geld, dass er Hunger leidet. Er könnte sich nicht einmal die Flucht in den Libanon oder die Türkei leisten, geschweige denn hierher.“

Als das deutsche Wochenblatt „Die Zeit“ kürzlich Western-Union-Chef Ersek auf die Kritik wegen der hohen Gebühren ansprach, rechtfertigte er sich so: „Aktionäre wollen immer mehr. Mehr Umsatz, höhere Margen, mehr Geld.“ Zwar gibt es Kunden wie Martina, die den Finanzdienstleister vor allem aus Bequemlichkeit nutzen. Doch insgesamt hat sich Western Union die vielleicht lukrativste Kundenschicht überhaupt erschlossen: jene, die kaum andere Möglichkeiten haben, als Kunden von Western Union zu sein.

Es heißt, die Erde sei – zumindest in finanzieller Hinsicht – ein globales Dorf geworden, in dem die Geldströme immer schneller und ungehinderter fließen. Wenn das so ist, dann kassiert Western Union den Wegzoll von denjenigen, die am Dorfrand wohnen. Und das werden derzeit immer mehr.

Einige Namen und Details wurden auf Wunsch der interviewten Personen geändert.

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