Reiserestgeldverwertung

Aus dem profil 33/2018 vom 13.08.2018

Die Web-Wechselstube aus Österreich.

Wer gern verreist, kennt das Problem. „Ich war früher viel als Rucksacktourist unterwegs“, erzählt Werner Noisternigg. „Und aus jedem Land, das ich durchquert habe, ist mir immer ein bisschen Geld übrig geblieben.“ Am Ende habe man 40 Millionen in irgendwelchen Landeswährungen gesammelt, „in unserer Währung sind das schnell einmal 150 Euro“. Es ist Geld, das nach der Rückkehr typischerweise in Vergessenheit gerät. Es verstaubt in Schreibtischladen oder Gurkengläsern, denn wegwerfen will man es ja auch nicht. Noisternigg -Salzburger, gelernter Programmierer -hat ein Projekt hochgezogen, das Abhilfe schaffen soll. In diesem Sommer ging die Website jojmoney.com nach einer Testphase in den Vollbetrieb. Dort lassen sich kleine Summen in mehr oder weniger exotischen Währungen kaufen und verkaufen. Funktionsweise: Man gibt an, wie viel Geld man in welcher Fremdwährung loswerden möchte – und wartet auf interessierte Käufer. Haben sich selbige gefunden und den Gegenwert in Euro überwiesen, wird das Geld per Post verschickt. Weil es sich um kleine Summen handelt, stellt der Postweg kein Problem dar. Der durchschnittliche Jojmoney-Benutzer wechselt umgerechnet 37 Euro ein.

Tauschen kann man Banknoten, aber auch Münzen. Die Währungen dürfen maximal zum aktuellen Kurswert verkauft werden; mit Gewinnen ist also nicht zu rechnen. „Es geht eben darum, dass man sein nach Hause mitgebrachtes Geld unkompliziert in Euro wechseln kann, oder umgekehrt“, sagt Noisternigg. Kommissionen und Gebühren sind nicht fällig. Dies -ebenso wie die leichtere Handhabe – unterscheidet die Web-Plattform vom traditionellen Geldwechseln bei einer Bank.

Das Projekt erfreut sich derzeit wachsender Popularität, täglich 20 neue Benutzer registrieren sich beim Web-Portal – kaum überraschend zur Hauptreisesaison . Aber auch für jene, die in Österreich oder in der Eurozone urlauben, wäre es möglicherweise an der Zeit, eine sommerliche Reiserestgeldverwertung in Betracht zu ziehen. Da liegen doch noch irgendwo indische Rupien, thailändische Baht und kroatische Kuna herum.

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