Schengen in der Enge

Aus profil 10/2016

Von Joseph Gepp

Angesichts der Flüchtlingskrise gehen allerorten in Europa die Grenzen wieder hoch – und das verursacht enorme Kosten für den europäischen Steuerzahler. Wie enorm, das hat die Brüsseler EU-Kommission vergangene Woche in einer ersten vorsichtigen Schätzung erhoben. Ob es tatsächlich so weit kommt, ist offen. Fest steht: Das neue grenzdurchfurchte Europa werden bei Weitem nicht nur ein paar Lastwagen an der Grenze spüren. In der einen oder anderen Form trifft es die gesamte Wirtschaft:

5 bis 18 Milliarden Euro soll die Aussetzung des Schengen-Systems jährlich insgesamt kosten, das entspricht 0,05 bis 0,13 Prozent des europäischen Bruttoinlandsprodukts. 500 Millionen Euro zusätzlich hätten etwa Polen, die Niederlande und Deutschland zu tragen, weil der Güterverkehr auf deren Straßen zunimmt. 2,5 bis 4,5 Milliarden Euro würde der Zeitverlust kosten, den Unternehmen in Kauf nehmen müssen, genauso wie Europas 1,7 Millionen grenzüberschreitende Arbeitnehmer an den Grenzen. 13 Millionen weniger Übernachtungen pro Jahr würde der europäische Tourismus verbuchen, das entspricht 1,2 Milliarden Euro weniger Einnahmen für die Fremdenverkehrsindustrie, und 1,1 Milliarden Euro zusätzliche Verwaltungskosten würden für die Staaten anfallen, weil sie für die Grenzverwaltungen mehr Personal benötigen.

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