Kampf um öffentliche Leistungen

Aus dem FALTER 36/2014

Rezension: Joseph Gepp

Seit Jahrzehnten werden in Europa staatliche Leistungen dereguliert, liberalisiert und privatisiert. Nun steht ein Richtungsentscheid an, von dem viele nichts mitbekommen: Führt der Sparzwang zur noch stärkeren Entstaatlichung vieler Bereiche? Oder schwingt das Pendel in die Gegenrichtung – und Leistungen gehen zurück zu öffentlichen Playern, etwa Gemeinden? Tendenzen gibt es derzeit in beide Richtungen.

Mit diesen Fragen befasst sich ein aktuelles Kompendium zweier Arbeiterkammer-Ökonomen – umfassend, akribisch und durchaus parteiisch. Es versammelt Expertenbeiträge, etwa zu Public-private-Partnerships, zum Dienstleistungsabkommen GATS und zu aktuellen Debatten wie den EU-Wasserliberalisierungsplänen.

Belege und Statistiken bleiben die Autoren keine schuldig, etwa zum massiven Beschäftigungsrückgang im Anschluss an Liberalisierungsprojekte in der E-Wirtschaft oder zum Missbrauch öffentlicher Gelder, die auf die europaweite Ausbreitung von Public-private-Partnerships folgten. Fazit: eine umfassende, engagierte und verständliche Lektüre, die jene breiten Lücken füllt, die tagesaktuelle Berichte oft offen lassen.

 Oliver Prausmüller, Alice Wagner: Reclaim Public Services. Bilanz und Alternativen zur neoliberalen Privatisierungspolitik. VSA Verlag, 304 S., € 23,50


Oliver Prausmüller, Alice Wagner: Reclaim Public Services. Bilanz und Alternativen zur neoliberalen Privatisierungspolitik. VSA Verlag, 304 S., € 23,50

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