Der kaufwütige Tiroler

Aus dem FALTER 35/2014

Er ist 37 Jahre alt und der wichtigste Immobilienmagnat Österreichs. Jetzt erobert er auch Deutschland. Wer ist René Benko?

Porträt in absentia: Joseph Gepp

Wenn reiche Innsbrucker aus dem Fenster schauen, schweifen ihre Blicke über das Häusermeer der Landeshauptstadt hinweg auf die andere Seite des Tals, zum Bergisel. Hungerburg heißt dieses Viertel, hoch über der Altstadt, am Fuß der Nordkette. Aber der Name führt in die Irre. Denn auf der Hungerburg reihen sich schicke Neubauten aneinander, die sich Normalverdiener längst nicht mehr leisten können.

Hier, in einer futuristischen weißen Villa in der Höhenstraße, wohnt auch einer, dessen Geschäftstätigkeit mittlerweile weit über Tirol hinausreicht. Einer, der ursprünglich von unten kommt. Er wuchs im Stadtteil Pradl auf, einem dichtbesiedelten Innsbrucker Mittelschicht-Bezirk neben der Innenstadt. In einer 60-Quadratmeter-Wohnung mit einer vier Jahre jüngeren Schwester, die Mutter Kindergärtnerin, der Vater Beamter bei den Gaswerken.

Heute ist René Benko 37 Jahre alt
und betreibt das größte private Immobilienunternehmen des Landes. Mit über einer halben Milliarde Euro Privatvermögen zählt er zu den reichsten Österreichern. Gerade steigt er zu einem der wichtigsten Immobilienmagnaten Europas auf. Dem Mann mit dem jugendlichen Gesicht und dem Tiroler Zungenschlag gehören Luxusimmobilien in zahlreichen europäischen Städten. In der Wiener Innenstadt etwa ist die Signa Holding, Benkos Firma, laut eigenen Angaben die größte private Immobilienbesitzerin. In Innsbruck kontrolliert Benko mehr als die Hälfte der Geschäftsflächen im Zentrum, wie er in einem Interview sagte. Dazu kommen Immobilien von den Gestaden des italienischen Gardasees bis zum Bankenviertel in Frankfurt. Und die Expansion geht weiter.

Jugendliches Gesicht, Tiroler Zungenschlag: der Tiroler Immobilien-Großunternehmer René Benko (Foto: Signa)

Jugendliches Gesicht, Tiroler Zungenschlag: der Tiroler Immobilien-Großunternehmer René Benko (Foto: Signa)

Vor zwei Wochen hat Benko vom deutsch-amerikanischen Investor Nicolas Berggruen um einen symbolischen Euro die angeschlagene deutsche Kaufhauskette Karstadt übernommen. Es sind 83 Warenhäuser in ganz Deutschland, viele von ihnen angejahrt. Über 17.000 Menschen arbeiten bei Karstadt. Es ist Benkos bislang größter Coup. Viele in Deutschland fragen sich nun, wie es mit Karstadt weitergehen wird. Werden Arbeitsplätze verlorengehen? Wer ist dieser Benko überhaupt?

Diese Frage ist, wie sich zeigt, nicht leicht zu beantworten. Denn man weiß nicht viel über den Unternehmer, außer es dringt geplant nach draußen. Interviews gibt es meist nur, wenn Benko etwas verkündet oder bewirbt. Pressesprecher schirmen ihn ebenso ab wie eine verschworene Clique von Beratern und Managern, die das Tagesgeschäft erledigen. Ein Interview für den Falter? „Keine Chance“, antwortet Benkos Assistent Robert Leingruber. In den vergangenen Tagen hat die Signa Holding hunderte Medienanfragen aus vielen Ländern abgelehnt.

Wissen denn andere Unternehmer etwas über den Mann? Nichts als wohlklingende Plattitüden. Förderer und Weggefährten? Gibt es etliche, aber die scheinen allesamt im Sold des Geschäftsmanns zu stehen. Nennenswerte gesellschaftliche Engagements oder politische Ansichten? Kennt man von Benko nicht, im Gegensatz zu anderen Entrepreneuren wie etwa Strabag-Gründer Hans Peter Haselsteiner.

Benko ist ein Mann, der in Europas Stadtzentren derzeit Objekte im Milliardenwert aufkauft. Er leitet den wohl schnellstwachsenden Immobilienkonzern Europas, als Berater fungieren hochrangige Ex-Politiker. Viele rühmen sein unternehmerisches Geschick und sein kaufmännisches Talent. Andere kritisieren die Intransparenz von Benkos Firmengeflecht. Auch stand er vergangenes Jahr erstmals vor dem Richter, rechtskräftig verurteilt wegen einer Korruptionscausa in Italien. Wie laufen Benkos Geschäfte ab? Wie hat er sein Vermögen gemacht? Wie könnten seine Pläne lauten?

Seine Karriere begann in den späten 1990er-Jahren, Benko war gerade 17. Für einen Innsbrucker Baumeister namens Hans Zittera, einen befreundeten Kleinunternehmer, organisiert er Renovierungen von Dachböden in der zentralen Maria-Theresien-Straße. Zittera stellt dem Burschen ein Büro zur Verfügung. Während Gleichaltrige gerade ihre erstes Bankkonto eröffnen, erweist sich der junge Benko als geschickt. Zur Matura in der Handelsakademie Kaiserjägerstraße tritt er aufgrund vieler Fehlstunden gar nicht erst an. Er steht schon voll im Dachbodengeschäft.

Viele, die den späteren Magnaten kennen, beschreiben Benko als hart arbeitenden Menschen, als peniblen Zahlenkenner, als schnellen Kopfrechner. Es sei verblüffend, wie blitzschnell und zuverlässig er bei Verhandlungen seine Rendite überschlage, erzählt beispielsweise ein Beamter der Stadt Innsbruck, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Benkos Innsbrucker Anwalt Wilfried Plattner sagt über seinen Klienten, er erkenne instinktsicher, in welche Bereiche am Markt man investieren solle. Das Geschäft mit den Dachbodenausbauten etwa, in das Benko in den 90ern einstieg, erwies sich nicht viel später als Goldgrube für Immobilienentwickler.

Bald kommt der junge Benko zu einigem Geld. Er zögert nicht, seinen Reichtum zur Schau zu stellen. Schulkameraden schildern, wie er samstags seine Schwester abholte, im hautengen Rippshirt, mit Goldkettchen und im geleasten Ferrari. Kurz danach schließt Benko jenes Geschäft ab, das ihn zum Schilling-Millionär machen soll. Er kauft billig das Gesundheitshotel Lanserhof nahe Innsbruck, dessen Besitzer in Geldnöten ist. Benko verkauft es mit stattlichem Gewinn an den Kitzbüheler Hotelier Christian Harisch weiter. „Es hat alles bestens funktioniert“, erinnert sich Harisch heute. Benko erlebe er als „immer arbeitend, immer unter Strom“. Er sei einer dieser Menschen, die man sich gar nicht entspannt vorstellen könne.

Benko jedenfalls geht nach Wien und entwickelt dort vorerst Praxiszentren für Ärzte. Erneut, wie bei den Dachböden, handelt es sich hier um eine Einrichtung, die Anfang der Nullerjahre erst im Aufkommen begriffen ist. Bei der Besichtigung einer Immobilie lernt er Karl Kovarik kennen, damals 53. Das Vermögen des mittlerweile Verstorbenen stammte von 130 Stroh-Tankstellen, die Kovariks Familie 1987 an die OMV verkauft hatte. Im Jahr 2001 vertraut der Erbe sein Vermögen dem jüngeren Benko an, laut Format 26 Millionen Euro. Benko steigt daraufhin endgültig vom gewöhnlichen erfolgreichen Unternehmer zum nationalen Player auf.

„Er kam buchstäblich aus dem Nichts“, erzählt ein Innsbrucker Stadtbeamter über den Mann, der mit viel Geld und vielen Plänen nach Tirol zurückkehrte . Bei Besprechungen sei Benko „mit großen Augen und scheinbar unbedarft dagesessen, sodass man ihn total unterschätzte“. 2004 kauft Benko, damals 27, das heruntergekommene Kaufhaus Tyrol im Zentrum Innsbrucks und lässt es vom Architekten David Chipperfield als modernes Einkaufszentrum neu errichten. Finanziert durch reiche Investoren und Bankkredite, investiert Benko insgesamt 155 Millionen Euro. Die Widerstände gegen das Projekt sind massiv, doch heute loben es selbst Kritiker. „Dass Benko sich drübergetraut hat, dieses Ding neu hinzustellen, bedeutet für Innsbruck eine massive Aufwertung“, sagt Thomas Hudovernik, Obmann der städtischen Geschäftsleute, von denen damals viele gegen das Kaufhaus opponierten.

Das Kaufhaus Tyrol im Zentrum Innsbrucks machte Benko berühmt (Foto: Wikipedia)

Das Kaufhaus Tyrol im Zentrum Innsbrucks machte Benko berühmt (Foto: Wikipedia)

Mit dem Kaufhaus etabliert sich Benko endgültig als Größe in der Branche. Nun entstehen beispielsweise Projekte in Prag, in Luxemburg, am Gardasee. Manche errichtet die Signa selbst, andere kauft sie zu. Bei vielen Immobilien können Investoren einsteigen und in Fonds einzahlen, um danach etwa von laufenden Mieteinnahmen zu profitieren. Andere Objekte dienen eher zu Repräsentationszwecken, wie das luxuriöse Chalet im teuren Vorarlberger Skiort Oberlech, das nach Benkos Frau Nathalie benannt ist. Gemeinsam haben die meisten Projekte Benkos, dass sie glitzern wollen. Repräsentationslust und eine etwas protzige Eleganz kennzeichnen sein Imperium von Wien bis Frankfurt, von Innsbruck bis Mailand. So wie beim Goldenen Quartier in Wiens Innenstadt.

Der Gebäudekomplex zwischen Tuchlauben und Am Hof enthält seit 2012 ein Luxuskonglomerat aus internationalen Edelshops, Penthäusern und einem Hotel. Rund eine halbe Milliarde hat Benko hineingesteckt. Zugute kam ihm dabei, dass große Banken – geschwächt durch die Finanzkrise – ihre teuren Wiener Innenstadtimmobilien abstießen. Wo heute das Goldene Quartier ist, befand sich etwa bis 2009 die Zentrale der Gewerkschaftsbank Bawag; unter dem Dach lag das berühmte Penthaus des Ex-Chefs Helmut Elsner. Benko erwarb 2009 auch zwölf Bank-Austria-Immobilien, darunter das Haus mit dem Meinl am Graben. 2012 schließlich geht auch Otto Wagners Postsparkasse in Ringnähe aus Bawag-Besitz in jenen des Tiroler Aufsteigers über.

Das Goldene Quartier in Wien (Foto: Vienna Review)

Das Goldene Quartier in Wien (Foto: Vienna Review)

Privat soll Benko inzwischen leiser treten als in seinen Jugendtagen im Ferrari. An den meisten Wochenenden geht es vom Wiener Palais Harrach, wo inzwischen das Herz des Unternehmens schlägt, auf die Innsbrucker Hungerburg. Dort lebt Benko mit Frau und zwei Kindern aus zweiter Ehe. Termine am Freitagnachmittag oder Montagfrüh finden vorwiegend in Innsbruck statt, danach reisen Benko und seine Manager im Privatjet zu einem der vielen Projekte des Konzerns. Das einzige Society-Event, das Benko regelmäßig besucht, ist das Kitzbüheler Hahnenkamm-Rennen. „Aber auch dort flitzt er von Meeting zu Meeting“, erzählt ein Bekannter, der ungenannt bleiben möchte.

Nicht alle Projekte laufen heute so glatt wie der Anfangserfolg, das Kaufhaus Tyrol. In Wien beispielsweise dauerte es viel länger als erwartet, bis sich Mieter für das Goldene Quartier fanden. Im Südtiroler Bozen stößt Benko, der dort ein Einkaufszentrum errichten möchte, seit Jahren auf den erbitterten Widerstand lokaler Kaufleute. In der kroatischen Hauptstadt Zagreb schließlich kaufte Benko 2007 von der Hypo Alpe Adria den Hoto-Tower, ein modernes Hochhaus. Als schwere Baumängel auftraten, kündigte prompt der lukrative Hauptmieter, die Deutsche Telekom. Benko blieb auf der teuren Fehlinvestition sitzen.

George Economou (Foto: Signa)

George Economou (Foto: Signa)

Das Geld für seine Unternehmungen kommt inzwischen längst nicht mehr vom Tankstellenerben Karl Kovarik. Dieser starb 2012. Zwei Jahre zuvor hatte der griechische Reeder George Economou Kovarik als Hälfteeigentümer bei der Signa Holding abgelöst, ein viel potenterer Investor als der Österreicher Kovarik.

Benko und Economou lernten einander bei einem Abendessen der deutschen HSH Nordbank kennen. Der griechische Kunstsammler, der seine Firmen steuerschonend von den Marshallinseln aus verwaltet, ist heute der wichtigste Geldgeber in Benkos Imperium. Andere Investoren sind Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, Strabag-Gründer Haselsteiner und der israelische Diamantenhändler Beny Steinmetz. All diese Leute investieren in ein Firmenkonstrukt, dessen Struktur nicht leicht zu durchschauen ist.

Ganz oben steht die 1999 gegründete Signa Holding, die je zur Hälfte zwei Privatstiftungen Benkos sowie Economou gehört. Die Holding verwaltet heute Immobilien im Wert von über sechs Milliarden Euro.

Die wichtigste Tochter der Holding ist die Prime Selection AG, zu der das Goldene Quartier gehört. An dieser Firma sind Investoren wie Wiedeking und Steinmetz beteiligt. Darunter erstreckt sich ein Geflecht von über 100 Subfirmen. Wer in welches Projekt wie viel Geld gesteckt hat und bei welchem Investor Benko in welcher Höhe in der Kreide steht, das lässt sich aus dieser Struktur kaum herauslesen. „Transparenz gehört nicht zu den Tugenden des René Benko“, schrieb die deutsche Zeit Anfang 2014. Die Bilanz der milliardenschweren Signa Holding beispielsweise ist nur drei Seiten lang.

Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer berät Benko

Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer berät Benko

Der Signa Holding steht ein Beirat zur Seite, den Benko mit einflussreichen Persönlichkeiten bestückt hat, etwa mit Ex-SPÖ-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, Ex-FPÖ-Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer und Casinos-Austria-Chef Karl Stoss. Bei Bedarf aktivieren die Beiratsmitglieder ihre Kontakte, um sich für Belange der Signa einzusetzen.
.... genauso wie Ex-FPÖ-Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer (Foto: Signa)

…. genauso wie Ex-FPÖ-Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer (Foto: Signa)

Gusenbauer und Benko beispielsweise kennen einander bereits seit der Zeit, als Gusenbauer noch nicht Bundeskanzler war, erzählt der Ex-Kanzler dem Falter. Der Kontakt ergab sich einst auf einer SPÖ-Parteiveranstaltung. Bald nachdem Gusenbauer aus der Politik ausgestiegen war und nachdem der vormalige Kanzlerassistent Robert Leingruber bei Benko angeheuert hatte, läutete auch beim Ex-Kanzler selbst das Telefon. Heute bewertet Gusenbauer bei Benko etwa bevorstehende Projekte und verhandelt mit Bürgermeistern und anderen Betroffenen über Benkos Pläne. Dafür soll er rund 200.000 Euro jährlich verdienen.

Die Kontakte in die Politik verhalfen
Benko bislang aber nicht nur zu Erfolgen, sondern auch zum größten Rückschlag seiner Karriere. Anfang August bestätigte das Wiener Oberlandesgericht ein Urteil von zwölf Monaten bedingter Haft gegen Benko und seinen Innsbrucker Steuerberater Michael Passer. Das Delikt lautet auf versuchte verbotene Intervention, also Korruption.

Ivo Sanader, Kroatien vielfach verurteilter Ex-Premier mit engen Verbindungen nach Innsbruck (Wikipedia)

Ivo Sanader, Kroatien vielfach verurteilter Ex-Premier mit engen Verbindungen nach Innsbruck. Bei ihm fanden Ermitt ler einen Brief, der zu einer Verurteilung Benkos wegen versucher Korruption führte (Wikipedia)

Auslöser waren umfangreiche Ermittlungen gegen Ivo Sanader, Kroatiens konservativen Ex-Premier mit guten Verbindungen nach Innsbruck, wo er einst studiert hatte. Ermittler fanden in Sanaders Tresor in Zagreb einen Brief aus dem Jahr 2009. Darin stellt Steuerberater Passer – übrigens Ex-Mann von Susanne Riess-Passer – dem kroatischen Politiker 150.000 Euro in Aussicht, falls Sanader erreiche, dass Ermittlungen gegen eine Firma Benkos „zu einem positiven Ende“ kommen. Weil es sich um eine Steuer-Causa in Italien handelte, soll Sanader auf den dortigen Ex-Premier Silvio Berlusconi einwirken. Benkos Anwälte entgegnen, Passer habe eigenmächtig gehandelt; die Angelegenheit sei nicht mit Benko abgesprochen gewesen.

Benko zog sich infolge der Affäre mit den beiden Premierministern formell von der Spitze seiner Signa zurück, er fungiert seither nur als Vorsitzender des Beirats der Holding. Abgesehen davon jedoch scheint ihm die Sache nur kurz geschadet zu haben. Die Komplettübernahme von Karstadt vor zwei Wochen ist sein neuester großer Coup. Bereits im Jahr 2013 hat Benko für 1,1 Milliarden Euro einige deutsche Karstadt-Immobilien und drei Luxuskaufhäuser erworben, darunter das KaDeWe in Berlin. Nun folgte der Rest des Konzerns.

Wie geht es weiter? Das fragt sich die deutsche Öffentlichkeit skeptisch. Benko selbst will den Konzern angeblich erhalten und nur unrentable Karstadt-Filialen schließen. Politiker, Gewerkschafter und Medien beobachten den Unternehmer misstrauisch. Viele fürchten mit Blick auf Benkos bisherige Karriere, dass es dem Unternehmer vor allem um die Verwertung der lukrativen Innenstadtimmobilien geht, die er sich nun in deutschen Städten einverleibt hat.

Derzeit wird bei der Signa Holding eilig das Personal aufgestockt. Man sucht fähige Manager für den Umbau der großen Kaufhauskette. Was genau mit Karstadt geschehen wird, das entscheidet sich wohl erst kommendes Jahr, sagen Insider dem Falter. Vorher will man das Weihnachtsgeschäft über die Bühne bringen, das bei Karstadt traditionell den größten Umsatz beschert.

Fest steht: Ob Dachböden, Ärztezentren oder Luxusimmobilien in Innenstädten – bisher bewies Benko stets ein Gespür für einträgliche Investitionen. Stets votierte er für etwas, dessen gute Zeit noch bevorstand. Nun hat sich Benko zum ersten Mal ein Projekt vorgenommen, dessen Blüte Jahrzehnte zurückliegt. Denn das Kaufhaus basiert auf einem Konzept aus der Zwischenkriegszeit, sein Stern ist seit den 70er-Jahren im Sinken begriffen.

René Benko, das Tiroler Talent aus kleinen Verhältnissen, das Europas Innenstädte mit glitzernden Luxusimmobilien überzieht, wird jetzt viel Geld und Geschick brauchen. Er muss die alten Karstadt-Häuser auf modern umrüsten. Er muss neue Kunden gewinnen, genauso wie die deutsche Öffentlichkeit. Er muss vom Immobilien-zum Handelsunternehmer werden. Sein vielgelobtes kaufmännisches Talent wird auf eine harte Probe gestellt.

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Eingeordnet unter Wien, Wirtschaft

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