Buch: Protokoll eines Psychokriegs

Aus dem FALTER 50-52/2013

Hoffentlich findet sich einmal ein talentierter Filmemacher, der sich der Vorgänge im Salzburger Budgetreferat in den vergangenen Jahren annimmt. Denn dieses Material offenbart die Abgründe der modernen Finanzwelt ebenso wie viel allzu Menschliches – perfekter Stoff für einen Thriller.

Der neueste Beitrag zum Puzzle ist das Buch von Monika Rathgeber. Diese Lektüre muss man freilich mit Vorsicht genießen. Die vormalige Landesbeamtin, die man für hohe Spekulationsverluste verantwortlich gemacht hat, sieht sich selbst als Märtyrerin und Mobbingopfer. Zu Verlusten sei es nur gekommen, weil ihre angeblich erfolgreichen Geschäfte von ihren Nachfolgern hektisch aufgelöst worden seien. Rathgeber habe erst in dieser Schlussphase Deals verheimlicht und Weisungen missachtet, behauptet sie – und zwar aus gutem Grund, wollte sie doch das Fortdauern der „systematischen Geldvernichtung“ verhindern.

Wie es zum riesigen „Schattenportfolio“ außerhalb der Landesbuchhaltung kam, das kein Experte jemals anzweifelte – das erklärt Rathgeber nicht. Trotzdem ist das Buch eine hochspannende Lektüre.

Joseph Gepp

Was ist ein Salzburg geschehen? Reportage vom Jänner 2013

Monika Rathgeber: Am System zerbrochen. Aumayer, 250 S., € 16,50

Monika Rathgeber: Am System zerbrochen. Aumayer, 250 S., € 16,50

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