Aufrufe am Flughafen: das Ende einer kleinen Reisetradition

Aus dem FALTER 45/2013

Glosse: Joseph Gepp

Es war immer ein kurzer Blick in fremde Leben, wenn am Flughafen der Lautsprecher erklang. „Letzter Aufruf für Passagier XY, kommen Sie umgehend zu Gate XY, Flug nach XY.“ Wo jetzt „XY“ steht, muss man sich sehr exotische Namen vorstellen, deren Träger in exotische Städte reisen.

Jetzt aber schafft der Flughafen Wien die Passagieraufrufe ab. Der Lärmpegel wird als Grund genannt. Andere Flughäfen wie Frankfurt hätten auch keine Aufrufe mehr, heißt es. Sie kommen wohl aus der Mode.

Doch der Flughafen Wien übersieht zwei Dinge: Erstens gehört Lärm unweigerlich zu jeder Reise. Zweitens schüren die Aufrufe das Fernweh, wirken also geschäftsfördernd. Also: Gebt sie uns wieder! Sollten zu wenige Passagiere zu spät kommen, muss man eben Namen und Städte erfinden. Aber bitte möglichst exotisch.

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