Hardekkgasse: von U-Bahn-Durchsagen und vom Wesen der Wiener

Aus dem FALTER 32/2013

Glosse: Joseph Gepp

Intensive Beobachtungen des Verhaltens der Wiener haben uns zu der Erkenntnis verholfen, dass sie 1) alles Neue meist prinzipiell und inbrünstig ablehnen und 2) gern mit Vorwänden arbeiten, damit es nicht so wirkt, als wären sie immer gegen alles Neue.

Zum Beispiel in der U-Bahn. Dort war das Gejammer groß, als im Jahr 2012 die alte männliche U-Bahn-Stimme durch eine weibliche ersetzt wurde. Natürlich fand sich auch sogleich ein Grund für den Protest: Die U2-Station Hardeggasse klinge wie „Hardeegasse“, raunzten die Öffifahrer.

Nun stellen wir in der U-Bahn fest: Der Fehler wurde korrigiert. Man fährt jetzt in die „Hardekkgasse“ ein. Etwas viel K vielleicht, sonst aber richtig. Keine Sorge – es gibt 89 weitere Stationen. Dort lassen sich sicher Gründe finden, warum die neue Stimme immer noch fürchterlich ist.

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Verkehr, Wien

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s