Wie wurde aus dem Spritzer ein „Gemišt“, Frau Suder?

Aus dem FALTER 27/13

Werbekolumne

Sprechen Sie Kroatisch? Ein paar Wörter sicher. Zum Beispiel „Beštek“ („Besteck“), „Frajla“ („Fräulein“), „Drek“ („Dreck“) oder „Gemišt“ („Spritzer“).

Jahrhundertelang waren Kroaten und Österreicher in einem Land vereint. Die Folgen sind zahlreiche deutsche Lehnwörter, die bis heute regionale Variationen des Serbokroatischen prägen. Vor allem in Nordkroatien, nahe der Grenze zu Slowenien und Ungarn, sind die Germanismen weit verbreitet. Ein Faktum, das Bruketa&Žinic aufgegriffen hat, ein kroatisch-österreichisches Werbeagentur-Joint-Venture mit Niederlassungen in Zagreb, Belgrad, Wien und der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku.

„Mit diesen Motiven thematisieren wir die kulturelle Nähe zwischen Kroatien und Österreich und den gemeinsamen historischen Background der Länder“, erklärt Karo Suder, Kundenbetreuerin bei Bruketa&Žinic. „Und ein kleines bisschen werben wir auch für uns selbst.“

Anlass ist – natürlich – der EU-Beitritt Kroatiens, der am 1. Juli über die Bühne ging. Verbreitet werden vorerst drei Sujets, vor allem im Internet.

Künstlerisch gestaltet wurden die Plakate vom kroatischen Illustrator Vedran Klemens. Unter den Bildern liest man nicht nur die ins Deutsche übersetzten Begriffe, es finden sich dort auch dazupassende Detailinfos. Zum Beispiel in welchen Phrasen das Wort „Drek“ vorkommt. Oder mit welchen Fingerbewegungen man in kroatischen Lokalen den „Gemišt“ auch im richtigen Mischverhältnis bekommt.

Frajla-LOWRES

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Eingeordnet unter Die vielschichtigen Verbindungen zwischen Osteuropa und Wien, Konsum

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