Margaret Thatcher: ein Staatsbegräbnis für eine Staatsgegnerin

Aus dem FALTER 16/2013

Wie würde Margaret Thatcher, wenn sie noch lebte, ihr Begräbnis anlegen? Eher klein, nehmen wir an, und natürlich sehr privat. Prunkvolle Trauerkutschen aus Buckinghamer Palastbeständen samt pragmatisierter Bärenfellmützengarde hätten da nichts verloren. Auch würde sich Thachter wohl lieber von dynamischen Jung-Teilzeit-Sargträgern mit flexiblen Gehaltsschemata unter die Erde hieven lassen als von überbezahlten Gemeindeangestellten.

Aber nein. Große militärische Ehren und Gäste aus aller Welt sind geplant. Zehn Millionen Pfund soll die Zeremonie in der St.-Paul’s-Kathedrale mit allen Extras kosten. Haben Thatchers Erben denn nicht verstanden, wofür sie zeitlebens einstand?

Im Gegenteil. Thatcher selbst wollte es so, schreiben britische Zeitungen. Das nennt man dann wohl späte Reue.

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