Tatort U-Bahn: Wer passt im Untergrund auf uns auf?

Aus dem FALTER 3/2013

Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Joseph Gepp

Das Kurioseste, was ihm jemals widerfahren sei? „Einmal hat eine Frau ihr Baby in der U-Bahn vergessen“, beginnt Harald Glassl, 48 Jahre. „Plötzlich stand sie vor dem Fenster der Stationsüberwachung, klopfte an die Scheibe und sagte: ‚Verdammt, der Kinderwagen steht noch drin‘.“

Glassl, Simmeringer, ist einer jener Wiener-Linien-Mitarbeiter, die in den Stationen nach dem Rechten sehen. Sein Revier ist die U3 Erdberg. 300 Leute arbeiten wie er in Wien. Seit in der U-Bahn Frauen vergewaltigt und auf die Schienen gestoßen wurden, ist ihr Job ins Gerede gekommen.

Acht Bildschirme mit Bahnsteigen und Rolltreppen erstrecken sich vor Glassls Pult. „Wenn was passiert, mach ich erst eine Durchsage durchs Mikro“, sagt er. „Und wenn das nicht hilft, muss ich eben eingreifen.“

Allerdings sei die Station Erdberg eine relativ ruhige, sagt Glass. Nur wenn in der nahen Arena die Konzerte enden – dann treiben hier „leicht illuminierte Gestalten“ Unfug.

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Eingeordnet unter Behörden, Verkehr, Wien

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