Das Prinzip Besa: die letzte Zuflucht vor dem Holocaust

Aus dem FALTER 46/2011

Joseph Gepp

Von Ungarn nach Weißrussland, von Litauen in die Ukraine – während des Zweiten Weltkriegs wurde der allergrößte Teil der einst riesigen jüdischen Bevölkerung in Osteuropa von den Nazis und ihren Verbündeten ermordet.

Nur in Albanien überlebten trotz deutscher Besatzung praktisch alle Juden. Der Grund ist die Hilfe, die die muslimische Mehrheit, oft selbst unter Lebensgefahr, den Bedrängten zukommen ließ.

Sie liegt in einem alten Gewohnheitsrecht, dem „Kanun“, begründet. „Besa“ lautet darin das Prinzip, das die Hilfe zu einer Frage der Ehre erklärt. Der Kanun ist in Teilen von Nordalbanien immer noch gültig. Ins westliche Blickfeld gerät er manchmal bei Blutrachefällen – oder durch die Romane von Ismael Kadare.

In Kooperation mit dem Jerusalemer Museum Yad Vashem sind bis 17. Jänner im Nestroyhof im zweiten Bezirk Bilder des US-Fotografen Norman Gershman ausgestellt. Sie befassen sich mit dem Prinzip Besa während des Holocausts – und erzählen, wie in einem kaum beachteten Winkel von Europa während des Weltkriegs Außergewöhnliches möglich wurde.

17.11. bis 17.1., Mo-Fr 11-18 Uhr, 2., Nestroyplatz 1

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Eingeordnet unter Balkan, Die vielschichtigen Verbindungen zwischen Osteuropa und Wien, Wien

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