Teurer Ballzauber: wie die UEFA Wiens Rathaus zur Verzweiflung brachte

Aus dem FALTER 39/2011

Joseph Gepp

Do hängst di auf“, so beschreibt ein Rathausmitarbeiter die Grundstimmung bei der Zusammenarbeit mit der UEFA zur Vorbereitung der Euro in Wien 2008.

Diese lief im Wesentlichen so: Die Sportfunktionäre wollten, die Wiener sprangen. Von „ungünstigen, durch zahlreiche Zusatzforderungen (…) geprägten, nahezu chaotischen Bedingungen“ schreibt das Wiener Kontrollamt in einem Bericht. Die Folge war eine Kostenexplosion. So schlug sich der Umbau des Ernst-Happel-Stadions mit 31 Millionen Euro statt der veranschlagten 18 zu Buche.

„Entscheidungsprozesse der UEFA dauerten extrem lange“, was eine „geordnete Projektabwicklung erheblich erschwerte“, rechtfertigt die Stadt die Kosten. So sei im letzten Moment eine Änderung bei Tribünen gefordert worden, erzählt Sandra Hoffmann, Leiterin des Sportamts. Trainergarderoben mussten urplötzlich drei Wochen vor EM-Beginn eingebaut werden. „Die UEFA drohte ständig damit, dass sie abzieht und die Euro in Deutschland oder Schottland abhält.“

Die UEFA wollte dazu keine Stellung nehmen. Das Kontrollamt nahm auch das Rathaus von der Kritik nicht aus. Durch ungünstige Verträge habe es sich mehr als unbedingt notwendig an die UEFA „ausgeliefert“.

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