Ein kleiner Grätzelkrieg: wenn 60 Meter Neubau zum Streitobjekt werden

Aus dem FALTER 39/2011

Joseph Gepp

Neubau darf nicht Pjöngjang werden“, fordert die FPÖ. Dem grünen Bezirksvorsteher Thomas Blimlinger sei „keine Methode zu nordkoreanisch“. Und auch andere sparen nicht mit harten Worten: „Skandalös“ und „diskriminierend“ sei das Vorgehen des Bezirks, empören sich Grätzelbewohner. „Blimlinger tritt die Ideale der Demokratie mit Füßen.“

60 Meter Spittelberg machen Neubau wütend: Vergangenes Jahr wurde die kurze Gardegasse zur provisorischen Fußgängerzone erklärt. Seitdem freuen sich Anrainer nicht nur über weniger Autolärm. Viele kritisieren auch den Wegfall von rund zwanzig Parkplätzen und die Entstehung einbahnbedingter Schleifen, die man nun mit dem Auto durch den Bezirk ziehen muss.

Blimlinger hat deshalb eine Volksbefragung angesetzt – und erntet dafür erst recht Kritik. Denn die Stimmzettel sind unterschiedlich gewichtet: Jene der direkten Bewohner der Gardegasse gelten mehr als die – andersfarbigen – der Anrainer der umliegenden Gassen. „Direkte Anrainer müssen ein stärkeres Stimmrecht bekommen“, beharrt der Bezirkschef in der Bezirkszeitung.

Betroffene Bürger wollen dagegen klagen. Am Donnerstag, 6. Oktober, wird ausgezählt.

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Eingeordnet unter Bürgerbeteiligung, Behörden, Wien

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