Buch: Über den Ausstieg vom Ausstieg

Aus dem Falter 11/2011

Noch vor Tagen lag die letzte große Atomkraftpanne, die von Tschernobyl, 25 Jahre zurück – und die Befürworter des „Ausstiegs vom Ausstieg“ erlebten angesichts von Klimawandel und Emissionsbelastung einen Aufschwung. Einer der wichtigsten Proponenten: der deutsche Physiker Konrad Kleinknecht von der Uni Mainz, der Atomkraft für das „kleinere Übel“ hält. Sein Buch von 2007 ist differenziert, gut geschrieben und erklärt dem Laien das Problem auch dann auf kluge Art, wenn man die Argumente nicht teilt. Denn eins macht es in jedem Fall klar: Zugleich das Klima zu retten und auf Atomkraft zu verzichten, wird ohne tiefe Einschnitte in westlich-verschwenderische Lebensweisen nicht möglich sein. Wer sich – wie Österreich – von Atomkraft distanziert und gleichzeitig (bis zum Jahr 2000) Energie aus Tschernobyl bezieht, der macht es sich nämlich allzu einfach.

Konrad Kleinknecht: Wer im Treibhaus sitzt. Wie wir der Klima- und Energiefalle entkommen. Piper Verlag, 256 S., € 14

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