Unsicherheitsfaktor: Ins friedliche Macondo kommt ein Gefängnis

Genauso schaffe man „Angst und Verunsicherung“, sagt Philippa Wotke. Die studierte Ökonomin, 40, leitete bis zur Schließung 2009 das Kardinal-König-Haus, ein Asylheim im Flüchtlingsdorf Macondo. In Macondo leben insgesamt 3000 Menschen aus 22 Ländern beieinander – bisher völlig friedlich und problemlos. Das Innenministerium verwandelt jetzt das König-Haus in ein Gefängnis für abzuschiebende Familien. „Mitten in einer Siedlung teils traumatisierter Flüchtlinge wird es stehen. Da kommen auch eigene Fluchtgeschichten wieder hoch“, sagt Exchefin Wotke. Wie sie warnen andere Organisationen, etwa die Caritas, vor der Zerstörung der funktionierenden Sozialstruktur in Macondo. „Aber im Gegensatz zu Wienern kann man über Flüchtlinge ja drüberfahren“, sagt Wotke. „Als Maria Fekter nach dem Fall der Komani-Zwillinge über humane Abschiebemöglichkeiten für Familien sprach – da schwante mir schon Böses, was Macondo betrifft.“

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Bis es 2009 zugesperrt wurde, leitete Philippa Wotke das
Kardinal-König-Haus in der Flüchtlingssiedlung Macondo. Jetzt
hat das Innenministerium eine äußerst umstrittene Entscheidung
gefällt: Das Gebäude wird zum Schubgefängnis

Foto von Heribert Corn

Erschienen im Falter 49/2010

Mehr zu Macondo?
Kommentar vom Herbst 2009
Reportage aus Macondo von Florian Niederndorfer und Theresia Wolf vom April 2009

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