Buch: Hoch die internationale Solidarität

Die Wege der Geschichte sind verschlungen: 1952 brach in Algerien der Befreiungskrieg gegen die Franzosen aus. Begeisterte Unterstützer in aller Welt: junge Linke. So kam es, dass sich auch der österreichische Sozialismus mit der nationalistischen Front de Liberátion Nationale (FLN) verbündete. Karl Blecha etwa robbte mit den Aufständischen durch die Wüste; Kreisky und Kirchschläger unterstützten die FLN in der Heimat. Mit seiner Dissertation über Österreichs Algerien-Kampf zeichnet der Historiker Fritz Keller eine andere Sozialdemokratie, als man sie heute kennt. Bei Solidaritätsaktionen weltweit war sie vorne dabei. Die Identifikation ging laut Keller so weit, dass man von einer „58er-Generation“ sprechen kann – einer Erfahrungsgemeinschaft zwischen Kriegskindern und Hippies, die von Algerien geprägt wurde. Ein penibel recherchiertes, erhellendes, wertvolles Stück Zeitgeschichte.

Joseph Gepp

Fritz Keller: Gelebter Internationalismus. Österreichs Linke und der algerische Widerstand (1958–1963). Promedia, 320 S., € 19,90

Erschienen im Falter 45/2010

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