Das Buch vom Staat, den keiner wollte

Dass es 30 Jahre nach Titos Tod und 15 Jahre nach Kriegsende noch kein deutschsprachiges Standardwerk zum Jugoslawien-Konflikt gibt, mag auch daran liegen, dass niemand die dortige Situation so richtig versteht. Nun hat der bosnischstämmige Wiener Politologe Vedran Dzihic diese Lücke gefüllt. Er liefert einen 450-Seiten-Wälzer über das balkanische Herzstück Bosnien-Herzegowina, der durchaus das Zeug zum Standardwerk hat. Umfassend meistert Dzihic den Grat zwischen Detailtreue und Überblick – was gerade bei diesem Thema eine Herausforderung ist. Von der Nachkriegsgeschichte über das Friedensabkommen von Dayton bis zu den wissenschaftlichen Konzepten des Ethnonationalismus fehlt kein Aspekt.

Joseph Gepp

Vedran Dzihic: Ethnopolitik in Bosnien-Herzegowina. Staat und Gesellschaft in der Krise, Nomos, 440 S., € 79,–

Erschienen im Falter 13/2010

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Eingeordnet unter Balkan, Bücher, Die vielschichtigen Verbindungen zwischen Osteuropa und Wien

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