VIPs vs. Flüchtlinge: Auf den Ball der Bälle folgt der Ball der Fälle

Die einprägsamste Szene der ORF-Opernballübertragung 2010 war jene, als Dominic Heinzl zu einem Kollegen schalten wollte, weil vor dem Tor schlicht niemand mehr zu interviewen war. Und dann tönt aus dem Off irrtümlich eine Regiestimme: „Es ist keiner da.“ Danach konnte eigentlich nur noch Fernseherabschalten den Abend retten und das Zurechtlegen eines Anzugs für den Freitag, als im Rathaus der Flüchtlingsball stattfand. Dort versammelten sich zum 16. Mal viele Linksintellektuelle und einige Flüchtlinge unter dem Motto des Protests gegen die Internierung von Asylwerbern. Die Stimmung ist ausgelassen, die Musik osteuropäisch, das Essen orientalisch. Hinter einem Tresen verkaufen die Darsteller des Films „Little Alien“ T-Shirts. Und wer spätnachts zuhause angekommen ist, muss auch gar nicht erst den Anzug verstauen: Denn am nächsten Tag dämmerte im Ost-Club noch der „kleine Flüchtlingsball“ herauf. Weil der große restlos ausverkauft war.

ball

Es gibt Falafel, und die Musik klingt nach Ausland: Was
anderswo mittelgroße Kulturverlustangst hervorruft, bringt am
16. Flüchtlingsball des Integrationshauses viele
Linksintellektuelle und einige Asylwerber in Wallung

Foto: Heribert Corn

Erschienen im Falter 7/10

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Eingeordnet unter Migranten, Stadtleben

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