STADTRAND – „Umsteigen“: Wo in Meidling Lücken klaffen

Glücklich sollten wir uns schätzen, weil sich ein flächendeckendes Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln über unsere Stadt spannt. Denn wo wir auch sind, die nächste U- oder zumindest Straßenbahn ist nie weit. Sogar am äußeren Ostgürtel. Dort finden wir, ortsunkundig, flugs eine Bimlinie, und nach nur drei Stationen sagt die Stimme: „Umsteigen zur Längenfeldgasse. U-Bahn.“ Oh praktische Wienerstadt, wo der Weg zurück in bekannte Gefilde stets so kurz ist. Nach dem Ausstieg zeigt sich aber: Da ist gar keine U-Bahn. Stattdessen Schneegatsch, grauer Himmel, Meidlinger Vorstadthäuser in strengem Raster. Ein Jugendlicher lacht mitfühlend, als er die Frage nach der U-Bahn hört, und sagt: „Die Straße runter ist sie. Ziemlich weit weg.“ Wir spazieren also die Straße runter und denken über die Bedeutung des Wortes „umsteigen“ nach. Eins, zwei, drei, vier Quergassen. Ein Gemeindebau. Eine Trafik. Ein Supermarkt. Eine U-Bahn-Station schließlich, wie eine Fata Morgana aus dem grauen Gatsch. Zurück in bekannten Gefilden. Umsteigen erfolgreich.

Erschienen im Falter 3/10

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Stadtrand, Verkehr

Eine Antwort zu “STADTRAND – „Umsteigen“: Wo in Meidling Lücken klaffen

  1. Udo W. Häberlin (Gast)

    Eine entgegenstehende Perspektive möchte ich ergänzen:

    Die Meidlinger Hauptstraße, eine für mich angenehme und wohl die „ruhigste Geschäftstraße in Wien“ die nicht nur aus Kommerztempeln besteht ist in keiner U-Bahnstation spürbar. Keine Hinweise für die (zumindest solange der Zentralbahnhof gebaut wird) vielen Menschen die quasi an der besonderen Geschäftsstraße täglich vorbeifahren. Auch ein symbolisches (Stadt)Tor für ankommende Reisenden ist in Meidling nicht erkennbar. Weder Stadtmitte noch Hauptstraße sind erkennbar- sie könnten genau so gut Richtung Wienerbergtower liegen.
    Um nicht mißverstanden zu werden ich reden nicht von noch mehr zusätzlichenWerbetafeln sondern von Städtebaulichen Gestaltungsmöglichkeiten. (Artikel >Zwischen „nutzbar machen“ und Vermarktung< in: „zoll+“ Bewirtschaften Nr. 14 / 2009)

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