Gelesen: Hinter dem Lagerzaun

Zwei Realitäten sind in Europa entstanden: Die erste – die interne – basiert auf den Werten von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Die zweite – die externe – wirft im Namen des Schutzes der ersten diese Errungenschaften über Bord. Wie weit diese Entwicklung fortgeschritten ist, zeigt der italienischen L’espresso-Journalist Fabrizio Gatti. Als irakischer Kurde namens Bilal Ibrahim El Habib schleust er sich ins Asyllager von Lampedusa ein, wo er Gewalt und Erniedrigung erlebt. Davor reist Gatti als Wirtschaftsflüchtling quer durch die Sahara; nach der Erstaufnahme arbeitet er als Billiglöhner. Wie Nina Kusturicas Film „Little Alien“ in Österreich, führt Gatti in Italien eindrucksvoll jene zweite europäische Realität vor Augen, die mit der ersten immer weniger kompatibel scheint. Und doch gleichzeitig existiert.

Fabrizio Gatti: Bilal. Als Illegaler auf dem Weg nach Europa. Kunstmann, 512 S., € 24,90

Erschienen im Falter 3/10

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Eingeordnet unter Bücher, Entwicklungsländer, Migranten

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