Gelesen: China, vorurteilsfrei

Peter Hessler, langjähriger Korrespondent der US-amerikanischen Zeitschrift The New Yorker in Peking, hat ein Buch über China geschrieben, das anders als die vielen bisherigen zum Thema ist: Hessler fuhr jahrelang mit dem Mietwagen durchs Land, durchquerte boomende, ihr Umland auffressende Städte, sterbende Dörfer mit rechtlosen bäuerlichen Bewohnern, Fabriksgebiete, die sich ausschließlich auf die Herstellung von Motorenanlassern oder BH-Ringen spezialisiert haben. Herausgekommen ist ein Meisterstück des amerikanischen Reportagestils, ein tiefer Blick in eine Gesellschaft im unvorstellbar rasanten Wandel (im ersten Quartal 2009 wurden in China erstmals mehr Neuwagen verkauft als in den USA). Hessler beschreibt diese Veränderungen minutiös, witzig und detailreich, ohne den Überblick zu verlieren. Er verzichtet dabei auf Prognosen oder Analysen – denn die ergeben sich, wie es bei einer guten Reportage der Fall sein sollte, ohnehin aus seinen Beobachtungen. Äußerst lesenswert!

Peter Hessler: Über Land. Unterwegs auf Chinas Straßen. Berlin Verlag, 480 S., € 24,70

Erschienen im Falter 45/09

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Eingeordnet unter Bücher, Entwicklungsländer, Weltpolitik

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