Der Fall Aeryn Gillern: Die Grünen bringen eine parlamentarische Anfrage ein

Bericht: Joseph Gepp

Im Fall Aeryn Gillern haben Peter Pilz und Ulrike Lunacek von den Grünen ein parlamentarische Anfrage an Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) eingebracht.

Der Falter berichtete ausführlich über die Causa: Der in Wien lebende US-Amerikaner verschwand im Oktober 2007 spurlos, nachdem er nackt aus einer Wiener Schwulensauna gerannt war. Die Polizei spricht von Selbstmord durch Sprung in den Donaukanal. Die Mutter allerdings, die nicht an einen Selbstmord ihres Sohnes glauben will, wirft den Ermittlern Homophobie und schwere Schlampereien bei der Suche nach dem Vermissten vor. Kathy Gilleran, selbst pensionierte Polizistin, berichtete über widersprüchliche Aussagen der Ermittler und Verhöhnungen von Gillerns Homosexualität. „Ich habe niemals zuvor so viel Rohheit, Grobheit und Unprofessionalität erlebt“, schrieb sie in einem Dossier an US-Senatorin Hillary Clinton. „Wenn ich sage, dass das Verhalten der Polizei an Sadismus grenzt, dann übertreibe ich nicht“ (siehe Falter 47/08).

„In diesem Fall passt so vieles nicht zusammen“, sagt Lunacek. „Wir wollen eine Untersuchung, die all diese Unklarheiten und Widersprüche zufriedenstellend aufklärt.“

39 Fragen umfasst die Anfrage, die knapp vor Weihnachten eingebracht wurde. Sie beschäftigt sich mit Details der Suche nach dem Verschwundenen ebenso wie mit der angeblichen Schwulenfeindlichkeit der Beamten. So wollen die Grünen etwa wissen, ob der Donaukanal von Tauchern durchsucht wurde und ob andere Donaustaaten bezüglich eines eventuellen Leichenfunds kontaktiert worden seien. Andere Fragen betreffen die Angemessenheit des polizeilichen Verhaltens, den Wahrheitsgehalt der Vorwürfe und interne Disziplinarmaßnahmen. Und auch das „Bild Österreichs in der Welt“ in diesem Fall wird angesprochen.

Bis 11. Februar hat Innenministerin Fekter nun Zeit, den Abgeordneten ihre Antworten vorzulegen. „Und falls uns die zu allgemein ausfallen“, sagt Lunacek, „dann werden wir in der parlamentsinternen Anfragebesprechung konkretere Antworten einfordern.“

Erschienen im Falter 04/09

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